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Ehrenpreis für Katharina Eicher-Müller

Die Laudatio für die Ehrengabe des donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg hielt Josef Jerger, der Ehrenvorsitzende der Donaudeutschen Landsmannschaft
Ehrenpreis für Katharina Eicher-Müller
Andreas Schütze übergibt Katharina Eicher-Müller die Ehrengabe des donau­schwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg
Am 24. Juni 2022 lud das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg zur Preisverleihung ein. Ministerialdirigent Andreas Schütze verlieh die Preise. Den Hauptpreis bekam der kroatische Schriftsteller mit deutschen Wurzeln, Ludwig Bauer. Seine autobiografischen Romane trugen dazu bei, Vorurteile, Stereotyen über die Donauschwaben und ihre Rolle im Nationalsozialismus abzubauen. Diese Thesen waren bis in die 1980er Jahre im ehemaligen Jugoslawien weit verbreitet.

Den Förderpreis konnte die in Ungarn lebende Journalistin Krisztina Szeiberling-Pánovics übernehmen. Sie bekennt sich zur Volksgruppe der Ungarndeutschen und stellt in ihren Beiträgen Geschichte, Traditionen und Kultur der in Ungarn lebenden Deutschen wegweisend dar.

Die Ehrengabe ging an Katharina Eicher-Müller, deren Tätigkeit im Bereich donauschwäbischer Musik mit dem Preis geehrt wurde. Laudator Josef Jerger zeigte zuerst den Lebensweg der Ausgezeichneten auf. Katharina Eicher-Müller erblickte im Frühjahr 1956 in Szekszárd in Ungarn das Licht der Welt. Nach dem Abitur erfolgte 1975–1979 in Fünfkirchen (Pécs) das Studium der Germanistik und Musik mit dem Abschluss: Lehrerin für allgemein­bildende Schulen. Von 1980 bis 1985 studierte sie Germanistik an der Universität in Szegedin/Szeged mit dem Abschluss Lehrerin für Gymnasien. Als junge Musiklehrerin und Chorleiterin beim Chor des Szekszárder Deutschen Freundeskreises, (später Mondscheinchor) sammelte Frau Eicher-Müller in den Orten der Tolnau alte deutsche Volkslieder. Dadurch wurden rund 400 Volkslieder zu Papier gebracht und für die Nachwelt erhalten. Im Jahre 1985 unternahm der Chor eine Reise nach Deutschland und sang in alter Volkstracht deutsche Lieder aus dem Komitat Tolnau. Das erregte Aufsehen und der Bayerische Rundfunk drehte einen Film über die Gesangstradition der Ungarndeutschen, in dem Frau Eicher-Müller mit ihrem Chor mitwirkte. Diesen Film konnte man im Bayerischen Rundfunk sehen und heute kann er auf »You tube« aufgerufen werden. 1988 kam Katharina Eicher-Müller nach Deutschland. Auch hier widmete sie sich als Lehrerin der Musik, bzw. dem Chorgesang. Von 1999 bis 2021 leitete sie den Singkreis der Donaudeutschen Landsmannschaft in Frankenthal. Nachdem die Sängerinnen und Sänger fast ausnahmslos aus dem rumänischen Banat stammten, wurde überwiegend das Liedgut aus diesem Heimatgebiet gepflegt. In den letzten zwanzig Jahren hatte der Chor über 100 Auftritte. Der Singkreis entwickelte sich unter der Leitung von Katharina Eicher-Müller zu einem gut klingenden Chor mit einem Repertoire von über 100 Liedern. Ihre Liedsammeltätigkeit führte die Chorleiterin auch hier fort. Sie schrieb Chorsätze und fertigte CDs von den gesammelten Liedern an. Die von Katharina Eicher-Müller gesammelten deutsche Lieder wurden publiziert. 1988 wurden einige gesammelte Lieder der Geehrten in der Volksliedersammlung »Heimatklänge« Band II publiziert. 2012 wurde die Volksliedersammlung »Deutsche Volkslieder aus Kakasd« von der Fakultät Szekszárd der Fünfkirchener Universität herausgegeben, in dieser sind 30 von Frau Eicher-Müller gesammelte Lieder enthalten. Dem Deutschen Volksliederarchiv in Freiburg stellte sie viele von ihr gesammelte Lieder zur Verfügung. Dass die Geehrte auch in der Fachwelt einen Namen gemacht hat, zeigt die Tatsache, dass der renommierte Forscher der donauschwäbischen Musik, Robert Rohr, den Namen Katharina Eicher-Müller als Liedsammlerin im Band II »Unser klingendes Erbe« auf den Seiten 209 und 261 erwähnte. Neben der musikalischen Tätigkeit fand und findet sie Zeit, in verschiedenen Vereinen Verantwortung zu übernehmen. Sie ist die Geschäftsführende Vorsitzende der Suevia Pannonica, Vereinigung Ungarndeutscher Akademiker e.V., Sitz Heidelberg, Vorsitzende des Ortsverbandes Mutterstadt der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz e.V., Schriftführerin im Landesverband, Beisitzerin im Bundesvorstand der Deutschen aus Ungarn e.V. und des Bund der Vertriebenen in Rheinland-Pfalz e.V. Josef Jerger meinte: »Als ich Mitte der 1980er Jahre mit einer Reisegruppe in Szekszárd war, wurden wir vom Deutschen Chor mit einem Konzert empfangen. Den Chor dirigierte damals eine kleine schlanke Frau in Tracht. Dass ich einmal für diese Frau eine Laudatio sprechen würde, konnte ich nicht ahnen«.
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