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Zum Feierabend

»Grüß Gott, tritt ein, bring Glück herein!«

Denkmäler in Cikó und Bonnhard (Bonyhád), die an die Ungarndeutschen erinnern
Die »Drei Kreuze« in Cikó vor der Renovierung
Foto: Helmut Hüber
Eine Reihe von Denkmälern erinnern in Cikó und Bonnhard (Bonyhád) an die Vertreibung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und die Ankunft neuer Bewohner.

Das Ehren- und Mahnmal vor der Cikóer Pfarrkirche wurde im September 1992 feierlich eingeweiht. Dies geschah bereits fünf Jahre vor der Besiegelung der Gemeindepartnerschaft zwischen Dautphetal und Cikó und drei Jahre vor Aufnahme der Schulpartnerschaft zwischen den beiden Gemeinden. Die Einweihung war das erfreuliche Ergebnis der nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zwischen den vertriebenen ehemaligen Cikóern und der Gemeinde Cikó geknüpften Kontakte. Neben der Cikóer Gemeindeverwaltung mit ihrem damaligen Bürgermeister Gellért Forray war das Vorhaben auch von Bischof Michael Mayer aus Pécs und der Leitung der ungarischen Armee in Szekszárd aktiv unterstützt worden.

Die Gedenkstätte besteht aus einer Stele und jeweils zwei links und rechts davon angeordneten Gedenksteinen in Grabsteinoptik. Für das Ensemble wurden, wie im Ortsfamilienbuch von Cikó, Seite 481, vermerkt, aus weißem Carrara-Marmor hergestellte Grabdenkmäler vom alten Cikóer Friedhof verwendet. Die Stele ziert das ungarische Staatswappen, unter dem der Text »Den Cikóer Opfern beider Weltkriege, der Vertreibung und der Zwangsarbeit« in ungarischer und deutscher Sprache eingraviert ist. Auf den Gedenksteinen sind beidseitig die Namen der Opfer aufgelistet.

Etwas zurückgesetzt vor der Außenwand der Kirche rechts vom Seiteneingang befindet sich darüber hinaus ein auf einem Sockel aufgesetztes Kruzifix mit der Inschrift »Zum Gedenken an alle Verstorbenen, erstellt von den ehemaligen Cikóern im Jahre 1992«; die ungarische Übersetzung steht darunter. Und auf einer an der Kirchenwand links vom Seiteneingang angebrachten Gedenktafel findet man den Text, zunächst auf Ungarisch, darunter in Deutsch: »Die Wiederherstellung des Kalvarienberges, der Rochuskapelle und die Erstellung des Ehrenmales für die Gefallenen wurden durch die Mitwirkung der Gemeinde Cikó und durch Spenden der 1946 nach Deutschland ausgewiesenen ehemaligen Cikóer Einwohner im Jahre 1992 ermöglicht«.

Es ist Tradition geworden, im Rahmen der vom Arbeitskreis Cikó oder dem Vorstand des Partnerschaftsvereins organisierten Freundschaftsbesuche an dieser Gedenkstätte mit den Cikóer Freunden gemeinsam der Toten und Vermissten zu gedenken und Kränze niederzulegen.

Das kleinere »deutsche Tor« wurde 2012, nachdem bereits zwei Jahre zuvor ein repräsentatives »Székler Tor« errichtet worden war, von der Deutschen Selbstverwaltung und der Gemeinde Cikó in dem kleinen Park am Ortseingang aufgestellt und mit einer feierlichen Zeremonie anlässlich des Freundschaftsbesuchs einer deutschen Busreisegruppe eingeweiht.

Das Tor ist eine auf vier Holzsäulen errichtete Dachkonstruktion. Die Säulen sind aufbereitete Originale eines typischen donauschwäbischen Cikóer Bauernhauses, mit denen der Dachüberstand über die an der Hauslängsseite verlaufende Veranda abgestützt wurde. An den beiden Traufseiten sind die Säulen mit Zaungeländern verbunden, worauf sich Blumenkästen befinden. Die beiden Giebel tragen die Inschriften »Grüß Gott, tritt ein, bring Glück herein!« und »Es war einmal mein Heimathaus«.

Das Gedenktor erinnert an die 250-jährige Epoche der von deutschen Ansiedlern geprägten Geschichte des Dorfes, die 1946 mit der Vertreibung des größten Teils der Bewohner unumkehrbar beendet wurde. Es soll aber zugleich Mahnung zu einer Politik des friedlichen Zusammenlebens der Völker und Volksgruppen und einem fairen Interessenausgleich zwischen ihnen sein.

Der damalige Bürgermeister Dr. Márton Ferencz bezeichnete die beiden Tore in seiner Rede zu deren Einweihung als »Symbole der gemeinsamen Arbeit und der Freundschaft der alten und neuen Bewohner Cikós, der Deutschstämmigen und der Szèkler. Die Cikóer hätten während der Geschichte gelernt, dass sie nur mit gemeinsamen Willen, mit Zusammenarbeit, Hand in Hand ihre Zukunft bauen können«.

Die Gedenktafel in Bonyhád wurde 2016 anlässlich des 70. Jahrestages der Vertreibung im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am Bezirksamt, dem ehemaligen Wareschhaus (Rathaus), enthüllt, der ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche vorausgegangen war und der eine Festveranstaltung im Theatersaal des Vörösmary Kulturzentrums folgte.
Lesen Sie mehr in der Printausgabe.

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