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Rückblick

Statt einer Feier wird über die Geschichte und die Tätigkeit des Ortverbandes berichtet

Der Ortsverband Mutterstadt-Limburgerhof der Donaudeutschen Landsmannschaft wurde vor 70 Jahren gegründet
Jahreshauptversammlung 2012
Foto: Katharina Eicher-Müller
Ab 1950 wurden im Zuge des Kontingentausgleiches aus benachbarten Bundesländern zahlreiche Familien Mutterstadt zugewiesen. Am 19. Juni 1950 kam der erste Transport mit Landsleuten aus den ehemaligen Heimatgebieten aus dem Lager Wiesau in der Oberpfalz in Limburgerhof an und wurde auf die benachbarten Dörfer verteilt. Es stellte sich heraus, dass die Vorfahren von einigen der neu zugezogenen Landsleute ehemals von Mutterstadt aus in den pannonischen Raum (nach Bulkes in der Batschka) ausgewandert waren. So schloss sich z. B. für die Familien Weber, Koch und Hoffmann der Kreis, der ursprünglich in Mutterstadt begann, wieder am gleichen Ort.

Es war nicht möglich, dass jede neu zugezogene Familie die soziale und gesellschaftliche Einbindung allein hätte bewältigen können. Daher erwies es sich als notwendig, dass man sich zu einer Landsmannschaft zusammenschloss, um gemeinsam die Bedürfnisse zu lösen. So wurde auch unser Ortsverband ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung Mutterstadt-Limburgerhof und Ruchheim, mit Sitz in Mutterstadt, fand am 25. Februar 1951 im damaligen Gasthaus zum Ochsen statt. Ungefähr 15 Landsleute wählten als erster Vorsitzenden Karl Kempf, als zweiter Vorsitzenden Martin Belafi, als Kassiererin und Schriftführerin Lony Fey.

Das Finden von Wohnraum bereitete in erster Linie große Schwierigkeiten, deshalb musste der Wohnungsbau Priorität bekommen. Auch die Arbeitsplatzbeschaffung war nicht einfach. Erst der einsetzende wirtschaftliche Aufschwung gab dann schließlich vielen die Hoffnung, hier eine Existenz aufbauen zu können. Der Ortsverband mit seiner Leitung erwies sich für die Verwaltungen als nützlich, denn auf dieser Ebene konnten viele Fragen wesentlich leichter gelöst werden. Vor allem hatte es die ältere Generation sehr schwer, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Es wurden für die Landsleute Versammlungen einberufen und Referenten dazu eingeladen. Der Ortsverband richtete Sprechstunden ein, um den Grundaufgaben, so die Vertretung der sozialen und wirtschaftlichen Belange der Landsleute bei Staatsund Kommunalbehörden und anderen Stellen, gerecht zu werden. Es werden einige Aufgaben stichpunktartig aufgezählt, bei deren Lösung die Landsmannschaft mitgewirkt hatte: u. a. Anträge auf Aufbaudarlehen und Kredite, Anträge für Lastenausgleich, Einbürgerungsanträge.

Schon im Jahre 1953 hat man eine Bautätigkeit von 14 Familien registriert. Wegen vielfältigen Interesses wurde am 15. März 1959 eine Versammlung im ehemaligen Gasthaus zum Ochsen einberufen, um den Bauwilligen entsprechende Wege aufzuzeigen. Eine Liste der Baulustigen wurde der Gemeindeverwaltung übergeben, ebenso eine Liste der Bauwilligen für Nebenerwerbsstellen an die GFK (Gesellschaft für innere Kolonisation) in Neustadt an der Weinstraße. 1960 ergab eine Zählung in Mutterstadt, dass schon 42 donauschwäbische Familien ein Haus ihr Eigen nennen konnten.

Nicht nur die sozialen Aufgaben, sondern die anderen Zielsetzungen der landsmannschaftlichen Tätigkeit sollten verwirklicht werden, wie die Pflege der heimatlichen Tradition und des heimatlichen Kulturgutes, das einander Kennenlernen und Entwickeln des gegenseitigen Respekts zwischen den Einheimischen und den Donauschwaben, durch Verständnis die verschiedenen Bevölkerungsschichten näherzubringen und nicht zuletzt die Bräuche, Traditionen der nachfolgenden Generationen weiter zu geben. So begann der Vorstand, Heimatabende, Trachtenaufführungen und Lichtbildervorträge zu organisieren, bei denen auch die Gesamtbürgerschaft und örtliche Vereine eingeladen wurden und mitgewirkt haben. Auch das Kulinarische nach heimatlicher Tradition wurde gepflegt. Erwähnenswert sind die verschiedenen Ausflüge, die der Ortsverband durchgeführt hatte. In Erinnerung bleiben die Fahrten z. B. nach Koblenz, an den Rhein oder Neckar, Auch das benachbarte Elsass bot reichlich sehenswerte Ziele. Der Besuch donauschwäbischer Organisationen blieben nicht aus, wie der Ausflug nach Sindelfingen ins Haus der Donauschwaben, der der Donau-Siedlung bei Darmstadt oder der des Donauschwabenhauses in Mosbach. Erlebnisreich und unvergesslich waren die Fahrten nach Ungarn 1987 und 1990 unter dem Motto »Die ungarndeutsche Vergangenheit und Gegenwart«. Bei diesen Fahrten wuchsen Freundschaften, so konnten der Ortsverband vom 30. Juni bis 5. Juli 1989 die Chorgemeinschaft aus Kislöd willkommen heißen. Während der siebzig Jahre traten auf oder übernachteten in Mutterstadt die folgenden donauschwäbischen Gruppen: Trachtengruppe aus Chicago, Detroit (USA), der Männerchor aus Entré Rios (Brasilien), deutsche Tanzgruppen und die deutschen Chöre aus Mórágy, Bonyhád und Szekszárd (Südungarn), zuletzt 2019, der gemischte Chor aus Entré Rios (Brasilien) und Szekszárd (Ungarn).

Es entwickelten sich mit der Zeit traditionelle Veranstaltungen, wie der Faschingstanz im Januar, der Traditions-Kerweitanz im Herbst, die Weihnachtsfeier im Dezember und die Waldfeste mit den Treffen von Ortsgemeinschaften, die an die traditionellen Maifeste in der alten Heimat erinnerten. Nachdem das Trachtenfest des Landesverbandes im Palatinum in Mutterstadt organisiert wurde, wurde der Besuch dieser Veranstaltung für den Ortverband ein absolutes »Muss«. Freundschaftliche Beziehungen hat der Ortsverband zu den anderen donauschwäbischen Organisationen. Eine Abordnung unseres Ortsverbandes nimmt alljährlich an der Gedenkfeier am Gedenkstein in Landau/Pfalz teil, die am Totensonntag für die Verstorbenen im Zweiten Weltkrieg, in der Sowjetunion in der Wiedergutmachungsarbeit, bei Flucht und Vertreibung, in den Todeslagern im ehemaligen Jugoslawien oder in der Verbannung in der Baragan-Steppe gestorben sind. [...]
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