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Kultur

Die Künstler spielen mit unseren Assoziationen

Ausstellung »Two of Art – jetzt« mit gemeinsamen Arbeiten von Karsten Kretschmer und Gez Zirkelbach im Museum am Widumhof in Urbach
Ausstellungseröffnung in Urbach: Gez Zirkelbach bedankt sich bei den Gastgebern
Foto: kjl
»Two of Art« bedeutet nicht, dass Werke zweier Künstler in einem Raum versammelt sind. Es bedeutet in diesem Fall vielmehr, dass die Arbeiten gemeinsam von zwei Künstlern geschaffen wurden. Das ist ungewöhnlich. Karsten Kretschmer und Gez Zirkelbach pflegen diese gemeinsame Kunstschöpfung aber schon seit vielen Jahren. Als »Two of Art« sind sie ein fester Begriff. Allerdings arbeiten sie nicht ausschließlich zusammen. Beide Künstler führen durchaus noch ihr Eigenleben. Nun präsentierten sie wieder einmal ihre neuesten gemeinsamen Arbeiten. Ziemlich genau nach fünfzehn Jahren stellten sie wieder in Urbach aus. 2006 haben sie ihre Bilder schon einmal in Urbach gezeigt. Damals war der 2004 gewählte Begriff »Two of Art« noch recht neu, die Zusammenarbeit geht aber schon bis in die Mitte der 1990er-Jahre zurück. Am 1. Oktober wurde die Ausstellung im Museum am Widumhof in Urbach eröffnet. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Jud begrüßte die Gäste und Richard Horn versuchte eine Annäherung an »Two of Art«. Der Sänger, Gitarrist und Performer Axel Nagel aus Schwäbisch Gmünd belebte die Vernissage mit seinen Songs musikalisch.

Der Grund für diese Besprechung liegt darin, Gez (eigentlich Gerhard) Zirkelbach ungarndeutscher Abstammung ist. Die Eltern des in Schorndorf tätigen Künstlers kommen aus Wudersch (Budaörs). Er wurde 1957 in Geradstetten im Remstal geboren. Wie sein Bruder Helmut Anton Zirkelbach ergriff er eine künstlerische Laufbahn. Zu den Lehrern Zirkelbachs an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart gehörte Hrdlicka. Seit 1986 arbeitet er als freischaffender Künstler. Neben zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz zeigte er seine Arbeiten auch schon in Ungarn, so in Fünfkirchen, Budapest, Budaörs und Etyek.

Die von Karsten Kretschmer und Gez Zirkelbach gemeinsam geschaffenen Bildwelten könnten unterschiedlicher nicht sein. Es sind Gemälde, Kollagen, übermalte Kollagen, überklebte Gemälde in allen Variationen. Die aufgeklebten Papiere sind zum Teil so stark übermalt, dass sie nicht mehr erkennbar sind. Oder sie sind in ihrer Materialität und Struktur belassen. Was aufgeklebt und was gemalt ist, das verschwimmt oft völlig. Es sind fast rein abstrakte Bilder und doch schleicht sich immer mal wieder eine Figur ein. Oder wir deuten Motive als Figuren. Ist es ein Kopf mit Krone? Auch die Künstler lassen das offen und bleiben bei der Frage »Le Roi?« Mit diesem Bild irritieren sie uns mehrfach. Die Fließrichtung der verlaufenden Farbe zeigt uns, dass das querformatige Bild zwischendurch ein Hochformat war.

Aber den Engel bestätigen uns die Künstler. »Treffen der Engel« Und wir sehen auf einer goldenen Wolke einen weißen Engel. Einen zweiten goldenen Engel können wir erahnen. Oder ist es doch nur ein goldenes Kreuz, das über einem roten Kreis schwebt. Die Künstler spielen mit unseren Assoziationen. Sie verstreuen zeichenhafte Symbole und Chiffren. Sie legen bildliche Köder aus und locken uns in Assoziationsfallen. Natürlich sehen wir nach Lesen des Titels »Alpine Cluster« im Bild Bäume und Landschaften. Man schmunzelt, wenn man den Titel »Kreisweg in der Lichtung« liest – als Deutung für einen grob gemalten Kreis. Darunter ist wieder ein kompliziertes System von Papierausrissen. Wie eine blaue Fläche hervorblitzt, das kann schon wie eine Waldlichtung wirken.

Als aufgeklebte Schnipsel sind Stadtplanausschnitte zu finden. Im großformatigen Bild »In the Lighthouse«, das mit einem orthogonalen System gegliedert ist, bilden die Rudimente von Aufrissen badiagonal verlaufender weißer Farbstreifen könnte als Lichtbündel des titelgebenden Leuchtturms sein. Man ist gar in Versuchung die leuchtend blaue Farbe als Wasser zu deuten.

An einem anderen Bild hätte man ein System schwarzer Linien wohl einfach übersehen, wäre der Bildtitel nicht »Cezannes Lieblingsplatz«. Doch mit dem Bildtitel assoziieren wir die Linien als Cezanne-Zitat und als Detail eines Bildes des durch den französischen Maler berühmten Mont Sainte-Victoire.

In vielen Bildern ist der Untergrund durch viele Schichtungen komplett verdeckt. Im Triptychon »Elk Thoughts« sind Maßerung und Astlöcher der Holzplatten als Bildelement eingesetzt und sogar noch betont. Die Materialität des Holzes kontrastiert mit der Immaterialiät einer Blattgoldfläche. [...]
Klaus J. Loderer
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