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Personalien

Ein Mittler zwischen Deutschland und Rumänien

Der frühere Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Jakob Laub, ist verstorben
Jakob Laub, Arnold Tölg und Günther Oettinger
Seiner heimatlichen Mundart war Jakob Laub immer verbunden. Anlässlich seines neunzigsten Geburtstags 2014 äußerte er spöttisch: »Ich habe es nie verstehen können, dass Landsleute nach Deutschland gekommen sind und nach zwei Jahren glaubten, nicht mehr in ihrer Mundart miteinander reden zu können.« Seinen Heimatort Bogarosch (rumänisch Bulgarus, ung. Bogáros) im Banat, wo er am 15. Juni 1924 geboren wurde, verließ er 1943. Doch auch wenn sein weiteres Leben in der Bundesrepublik Deutschland geprägt wurde, verfiel er immer wieder in den heimatlichen Dialekt.

Jakob Laub war Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben von 1986 bis 2002 sowie Landesvorsitzender der Landsmannschaft in Baden-Württemberg von 1979 bis 2008. Er gehörte dem Präsidium des Bundes der Vertriebenen an und bekleidete Ehrenämter auf Landesebene im Vertriebenenbereich.

Der jetzige Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, würdigte sein Wirken: »Während seiner Amtszeit fielen wichtige Entscheidungen zur Schaffung neuer Strukturen für die Erforschung, Wahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes der Banater Schwaben. Erwähnt seien insbesondere die Gründung des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen, des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Ulm, die Übernahme der Patenschaft des Landes Baden-Württemberg für die Landsmannschaft der Banater Schwaben, die Übernahme der Patenschaft der Stadt Ulm für die Landsmannschaft der Banater Schwaben und die Übernahme der Patenschaft der Stadt Göppingen für die Banater Schwaben in Baden-Württemberg. Während seiner Amtszeit fiel der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West, es wurden neue Strukturen im Banat und im Miteinander mit unseren Landsleuten im Banat geschaffen. Sein gewinnendes Wesen, sein unerschütterlicher Optimismus wie sein einfühlsamer Umgang mit seinen Mitmenschen erleichterten so manche Schritte. Obwohl Jakob Laub bereits in jungen Jahren das Banat verlassen hatte, blieb er diesem Landstrich und seinen Bewohnern immer verbunden. Das landsmannschaftliche Leben verfolgte er bis zuletzt weiterhin über die Banater Post. Er hat seine Landsleute gerne gehabt – mit ihren Stärken und mit ihren Schwächen. Wir verlieren mit ihm eine starke Persönlichkeit, die unseren Verband und unsere Gemeinschaft wirksam geprägt hat. Die Landsmannschaft der Banater Schwaben wird Jakob Laub ein ehrendes Gedenken bewahren. Mögen die Akazien, die er in Waibstadt in Erinnerung an seine Banater Heimat im Schulhof pflanzen ließ, noch lange blühen! Mögen aber auch die Wurzeln in uns lange tragen, die Jakob Laub so geschätzt und immer gepflegt hat.«

Jakob Laub wurde 1924 in Bogarosch im Banat geboren, nach Schulbesuch an der Banatia in Temeswar und dann in Schässburg legte er 1943 in Kronstadt sein Abitur ab. Durch den Kriegsdienst in der deutschen Armee musste er die Heimat verlassen. Im Zweiten Weltkrieg wurde er verwundet, kam in Kriegsgefangenschaft. Er wurde in die sowjetische Besatzungszone entlassen, absolvierte in Magdeburg ein pädagogisches Studium und wurde Lehrer. In Alvensleben in Sachsen-Anhalt gründete er mit seiner Frau Irmtraut eine Familie. Doch wollte er nicht im Kommunismus leben. 1957 floh die Familie in den Westen und ließ sich in Waibstadt in der Kurpfalz nieder, wo Jakob Laub an der Grund- und Hauptschule zunächst Lehrer und schließlich Rektor war. Man erzählt, dass er auf dem Schulgelände Akazienbäume pflanzen ließ, die ihn an seine Banater Heimat erinnern sollten.

Seine Amtszeit als Bundesvorsitzender fiel in eine Zeit besonderer Umbrüche. Dies würdigte Peter-Dietmar Leber 2019 zum 95. Geburtstag Laubs: »In der Reihe der Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben wartet er nicht nur mit der längsten Amtszeit auf, sondern es war auch die Zeit der letzten großen Umbrüche innerhalb unserer Gemeinschaft: der Endzeit der kommunistischen Diktatur in Rumänien, der Exodus unserer Landsleute, das Bemühen, für die Verbliebenen im Banat neue Strukturen im sozialen und kulturellen Leben zu schaffen und gleichzeitig in Deutschland die Integration der ausgesiedelten Landsleute zu fördern. Gegensätzliche Zielrichtungen auf den ersten Blick, aber sie zeigen die ganze Breite unserer Entwicklung als Banater schwäbische Gemeinschaft auf. Für die Landsmannschaft der Banater Schwaben war es wichtig, in dieser Situation einen Mann an ihrer Spitze zu haben, der aufgrund seines bisherigen Lebensweges und seines gesellschaftlichen Engagements in der Lage war, diese Entwicklung nicht nur richtig einzuschätzen, sondern auch im Interesse der Betroffenen mit zu beeinflussen. Ihm war bewusst, dass es hierfür tragfähiger Strukturen bedürfe, die er nach und nach aufbauen konnte; seine offene und einnehmende, einfache menschliche Art hat ihm dabei geholfen.«
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