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Rückblick

Maan (Mány)

Nationale Gedenkfeier zur Vertreibung
Ungarndeutscher Maibaum in Geretsried
Foto: Markus Czinszky
Während der kommunistischen Ära war in Ungarn die Vertreibung der Ungarndeutschen aus ihrer Heimat ein Tabu-Thema, tauchte nirgendwo auf, war quasi aus der Geschichte ausgelöscht. Seit der politischen Wende in Ungarn und Europa ab 1989 wurde dann offiziell von »Aussiedlung« gesprochen.

Doch erst ab 2012, als ungarische Parlament ohne Gegenstimmen den 19. Januar als nationalen Gedenktag für die Vertreibung der Ungarndeutschen aus Ungarn beschlossen hatte, wurde dann auch offiziell von Vertreibung, Deportation und Verschleppung gesprochen. Die diesjährige nationale Gedenkveranstaltung fand am Sonntag, dem 19. Januar 2020 in der Gemeinde Maan (Mány) im Komitat Weißenburg (Fejér) statt.

Am Tag zuvor noch mit unseren Freunden von der Deutschen Selbstverwaltung Törökbálint beim »Sváb Disznótor« – dem schwäbischen Schlachtfest – in Budakeszi), durften wir von der Ortsgemeinschaft der Ungarndeutschen in Süßen nun mit ihnen zusammen an der sehr ergreifenden Feier in Mány teilnehmen.

Um 11 Uhr begann die Messe in der katholischen Kirche und im Anschluss versammelte man sich auf dem kath. Friedhof beim Mahnmal für die Vertreibung

»Vertreibung und Verschleppung – zwei Begriffe, die jedem bekannt sind. Zwei Ereignisreihen, zwei große Tragödien in der Geschichte der Ungarndeutschen, welche den Tod Hunderttausender und bei den Überlebenden Jahrzehnte körperlichen und seelischen Leidens zum Ergebnis hatten. Zwei Tragödien, deren unschuldige Opfer über Dekaden als Schuldige betitelt wurden und über deren Qualen und Erniedrigungen man nicht einmal sprechen durfte«, so leitete Emmerich Ritter, der Parlamentsabgeordnete der Ungarndeutschen, seine Gedenkrede ein. Er unterstrich, dass diese Schicksalsschläge erst nach der politischen Wende 1989 und noch mehr nach den Wahlen der Minderheitenselbstverwaltungen 1994 im Kreis der ungarndeutschen Gemeinschaft thematisiert wurden; die breite Öffentlichkeit habe sich viel später, so richtig erst 70 Jahre später damit befasst.

»Nach der Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Viktór Orbán am 19. Januar 2016 in Budaörs – zum 70. Jahrestages der Vertreibung und Verschleppung – können die endlich in Frieden ruhen, die nicht mehr unter uns weilen und diejenigen erhobenen Hauptes schreiten, die nach dem Erleiden dieser Tragödie noch unter uns sind. 70 Jahre haben wir hierauf gewartet, hierfür gekämpft«, so der Abgeordnete.

Miklós Soltész, der im ungarischen Ministerpräsidentenamt verantwortliche Staatssekretär für Zivil-, Kirchen- und Nationalitätenangelegenheiten, hob in seiner Ansprache hervor, daß durch frühere Sünden verursachte Wunden nur dann geheilt werden, wenn die ungarische Regierung die heute in Ungarn lebende ungarndeutsche Gemeinschaft umfassend unterstützt.

Weiter gab er einen historischen Überblick zu den tragischen Geschehnissen der Vertreibung und Verschleppung, erörterte deren Folgen und wies auf die gegenwärtige, vor allem durch das Bildungs- und Selbstverwaltungswesen gewährleistete positive Lage der Ungarndeutschen hin.

Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, übermittelte die Grüße der Bundesregierung und würdigte in seinen Ausführungen Ungarns Vorreiterrolle bezüglich der Bewältigung vergangener Ungerechtigkeiten und der Minderheitenpolitik.

Es erklang die Deutsche und die Ungarische Nationalhymne sowie die Hymne der Ungarndeutschen und am Mahnmal für die Vertreibung legten mit militärischen Ehren u. a. Emmerich Ritter und Ibolya Hock-Engländer für die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Dr. Bernd Fabritius für die Bundesregierung, Staatssekretär Miklós Soltész für die ungarische Regierung und Klaus Streicher, Gesandter der Deutschen Botschaft Budapest, Kränze nieder. Musikalisch wirkte an der Gedenkfeier der »Rosmarin-Chor« aus Edek mit.

Am Rande der Veranstaltung durfte Markus Czinszky als Vertreter der LDU den Bundesbeauftragten Dr. Bernd Fabritius und den Parlamentsabgeordneten Emmerich Ritter im Namen des Vorsitzenden Joschi Ament zur diesjährigen Kulturtagung am 17. Oktober nach Gerlingen einladen. Thema wird die seit nunmehr 20 Jahren bestehende Zusammenarbeit der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) hier in Deutschland und der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) in Ungarn sein.
Markus Czinszky
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