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Zum Feierabend

Advents- und Weihnachtszeit

Brauchtum in Weindorf (Pilisborosjenö). Von Maria Welsch geb. Matuschek
Die katholische Kirche in Weindorf (Pilisborosjenö)
Foto: kjl
Im Heimatbuch der Gemeinde Weindorf (Pilisborosjenö) beschreibt Maria Welsch die Bräuche zur Weihnachtszeit. Sie beginnt mit den Bräuchen zur Herbergsuche in der Adventszeit. Je neun Familien taten sich zusammen zu den abendlichen Adventsandachten, der Herbergsuche. Sie trugen das Bild von Maria und Josef auf der Suche nach einer Bleibe von Familie zu Familie. Beim Eintritt überreichten sie es der Hausherrin unter folgenden Worten: »Oh Freundin, nimm sie auf in ihrer kalten Wanderschaft, in ihrer unbefleckten Jungfrau’nschaft. Verehre sie nicht nur heute und morgen, sondern hilf beständig ihre Ehre zu besorgen«. Die Empfängerin erwiderte: »Sei gegrüßt, oh Jungfrau rein, mit Freuden nehme ich dich in meine Wohnung herein. Verehren will ich dich vom ganzen Herzen, verlass’ auch du mich nicht in meinen Todesschmerzen.« Nach dem Gruß beteten sie miteinander das »Eng’l des Herrn« und sangen danach das Herbergslied:

Das Abendglöcklein leise schlägt
wo Josef und Maria geht.
Zu Bethlehem in Abendstill’
eine Herberg’ suchen will.
Er hat sich zu uns Menschen gesandt,
die Welt hat ihn nicht erkannt.

Sie kommen da vor ein Haus.
Ihr guten Leute, macht uns auf!
Wir kommen von weiter Reis’,
schenkt uns eine Herberg heut’.
Er hat sich …

Packt euch fort mit eurem Weib!
Für euch hab’ ich keine Herberg’ heut’.
Eine Herberg’ nur so geb’ ich euch,
wenn ihr mit Geld bezahlet gleich.
Er hat sich …

Zu Bethlehem fand er kein Haus,
muss hin zum Stall ins Feld hinaus.
Der Stall war schlecht, die Nacht war kalt,
kein Mensch gab ihnen Aufenthalt.
Er hat sich …

Ach, Mutter der Barmherzigkeit,
ich bereite eine Herberg’ heut’.
Schlag auf deine Wohnung hier.
Mutter Jesu, bleib bei mir!
Er hat sich …

Es wurden noch Litaneien und Rosenkränze gebetet. Die Andacht dauerte etwa eine Stunde. Am letzten Abend der Herbergsuche wurde das Bild verlost. Es blieb bei jener Familie, welche die Losnummer neun gezogen hatte. Dort bekam es einen ehrenvollen Platz bis zum nächsten Jahr.

Das Singen der Advents- und Weihnachtslieder während der Religions- und Singstunden in der Schule, aber auch das Erzählen von Weihnachtsgeschichten aus früheren Zeiten durch Eltern und Großeltern in der Abenddämmerung der Vorweihnachtszeit erweckten in den Kindern eine frohe,fast nicht auszuhaltende Erwartung auf das Geburtsfest des Heilands. »Wia oft muaß i denn nau ausschlofa, bis ‘as Christkindl kummt?« fragten die Kleinsten täglich beim Schlafengehen die Mutter und falteten artig die Hände, damit das Christkindl »recht reich is und vü mitbringt«. War dann endlich der Heilige Abend gekommen, wurden in der festlichen »Stub’n« (= Stube) die Heiligenbilder mit Tannen- und Wacholderzweigen geziert. Die Mutter trug ein Gefäß mit Glut, auf die sie Weihrauch streute, durch das Haus. Selbst die Ställe wurden damit beräuchert.

Während die Frauen das Weihnachtsmahl bereiteten, wartete die übrige Familie gespannt auf das Kommen der »Christkindl«, einer Gruppe 12- bis 14-jähriger Weihnachtssänger, bestehend aus zwei Engeln, der Maria, dem Josef und dem Rutenträger. Der helle Klang ihres Glöckleins war von weit zu vernehmen, wenn sie durch die stillen Winterstraßen zogen. Sie klopften an Fenster oder Türen und fragten: »Loßt ‘s die Christkindl eini?« Auf Einlass wartend standen sie vor der Haustür, Josef in langem Mantel, eine Mytra auf dem Kopf und eine Rute in der Hand haltend, die Engel und Maria schneeweiß gekleidet, ihre Gesichter vom offenen Haar bedeckt. Mit seinem schweren Rutenbündel und seinem Dörrobstsäckel hielt sich der Rutenträger im Hintergrund. Nach dem Betreten des Hauses wurden den »Christkindin« Geschenke übergeben, damit sie nach dem Singen die Kinder bescheren konnten. Danach betrat der erste Engel die Stube, stellte einen Leuchter mit brennender Kerze auf den Tisch und sang:

Gelobt sei Jesus Christus!
Gut’n Ob’nd, gut’n Ob’nd,
das geb euch Gott,
das geb euch Gott«.
Ich bin der Engel,
ich bin der Engel mit meinem Stob.
Den Zepter, den trog ich in meiner Hand,
in meiner Hand,
der g’hört fürs ganze,
der g’hört fürs ganze Vaterland.
Erzengel Gabriel, tritt du herein,
tritt du herein,
es wird dir schon,
es wird dir schon erlaubet sein. [...]
Lesen Sie mehr in der Printausgabe.

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