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Kultur

Frauen im Ersten Weltkrieg in Ungarn

Ausstellung »Frauen als Heldinnen« im ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart
Frauen stehen an einer Suppenküche an
Foto: Klaus J. Loderer
Es ist ein interessantes Phänomen, dass das Gedenken an den Ersten Weltkrieg sich in den meisten Ländern auf die Gefallenen konzentriert. In den Siegernationen wurden natürlich auch die zurückgekehrten Soldaten als Helden gefeiert. Es ist aber ein fast ausschließlich männliches Gedenken. Die Denkmäler und Namenstafeln des Ersten Weltkriegs berichten nur von Männern. Einzig ein Land, das eigentlich gar kein Kriegsbeteiligter war, aber trotzdem unter dem Ersten Weltkrieg sehr zu leiden hatte, erinnert in seinen Denkmälern auch an die Frauen, und das ist Belgien.

In den anderen Ländern könnte man anhand der Gedenkkultur den Eindruck haben, dass während die Männer draußen das große Gemetzel veranstalteten, die Frauen daheim saßen und ihren üblichen Tätigkeiten nachgingen. Dem war allerdings nicht so. Und auch in Ungarn konnte das Leben zwischen 1914 und 1918 nicht den üblichen Gang nehmen.

Man mag bei Frauen und Krieg vielleicht zuerst an Strümpfe-Stricken für Soldaten denken oder an Tätigkeiten als Krankenschwestern für Versorgung der Verletzten. Und natürlich an Unterhaltungsprogramme für Frontsoldaten. Da allerdings schon bald ein großer Teil der männlichen Bevölkerung im Kriegsdienst stand, fehlten in allen möglichen Bereichen die Männer. Sei es in der Landwirtschaft, in den Fabriken oder in der Infrastruktur.

Eine Wanderausstellung des Balássi-Instituts, die kürzlich im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart zu sehen war, geht anhand historischer Fotos den Tätigkeiten der Frauen nach. »Frauen als Heldinnen – weibliche Schicksalswege im Ersten Weltkrieg«, eine von Iván Bertényi junior, Zita Bodnár und Károly Kincses erarbeitete Ausstellung, dokumentiert einige Einzelbeispiele der etwa elf Millionen Frauen, die damals in Ungarn lebten. Der Rundgang beginnt mit den üblichen Familienfotos, Mann und Frau, er oft in Uniform. Eindrücklich ist ein Foto mit zwei Frauen, die ihre Ehemänner nur durch die dem Fotografen entgegengehaltenen kleinen Fotos dokumentieren. Dann sehen wir die Frauen bei der Feldarbeit. Ein eigener Schwerpunkt zeigt in mehreren Fotos Frauen als Krankenschwestern zur Versorgung Verwundeter.

Man sieht Sammelaktionen, den Besuch der Erzherzogin Augusta in Rotkreuzuniform zur Eröffnung eines Erholungsheims auf der Margareteninsel in Budapest. Die wirtschaftlich immer schwieriger werdende wirtschaftliche Versorgungslage ist natürlich schwierig mit Fotos einzufangen. Ein Foto zeigt aber dann doch die lange Warteschlange vor einer Suppenküche.

Von den Frauen wurde natürlich absolute Treue erwartet. In den Dörfern achtete die Nachbarschaft genau darauf, dass nichts passiert. Es gab ja auch nicht viele Männer in den Dörfern in dieser Zeit – bis auf die Kriegsgefangenen, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. In Ungarn waren das vor allem russische Kriegsgefangene.

Die Wortwahl »Heldinnen« im Titel mag in Deutschland befremdlich klingen. Man würde hier bezogen auf die Soldaten des Ersten Weltkriegs nicht von »Helden« sprechen. In Ungarn werden allerdings die Toten des Ersten Weltkriegs üblicherweise als »Helden« bezeichnet. In den Begleittexten zur Ausstellung stolpert man auch über den »Heldentod« der Soldaten. Der ungarische Titel der Ausstellung »Nök is hösök« ist da übrigens noch deutlicher: wörtlich übersetzt »Frauen sind auch Helden«
Klaus J. Loderer
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