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Titelthema

Das Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und die Zwischenkriegszeit in Ungarn

Kulturtagung der LDU Baden-Württemberg in Gerlingen
Joschi Ament, Krisztián Ungváry, Manfred Rauchensteiner, Georg Brenner und Rudolf Fath
Foto: Stadt Gerlingen
Die Kulturtagung der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn stand in diesem Jahr unter der Überschrift »Das Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und die Zwischenkriegszeit in Ungarn.« Referenten waren Dr. Kristián Ungváry aus Budapest und Prof. Dr. Manfried Rauchensteiner aus Wien.

Gerlingens Bürgermeister Georg Brenner konnte mehr als 50 Gäste im Sitzungssaal des Rathauses begrüßen, unter ihnen der Bundesvorsitzende der LDU, Joschi Ament, den Ehrenvorsitzenden der Landsmannschaft Dr. Friedrich Zimmermann, Vertreter des ungarischen Generalkonsulates in Stuttgart sowie Vertreter des Gerlinger Gemeinderates.

In seinem Grußwort ging Brenner unter anderem auf das aktuelle von der EU eingeleitete Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn ein. Brenner betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Städtepartnerschaften für die Friedenssicherheit in Europa.

Rudolf Fath, der die Tagung leitete, führte mit einem Zitat von Helmut Kohl ein: »Niemand kann aus der Geschichte des Volkes, in das er hineingeboren wird, aussteigen«. In den Vorträgen der beiden Referenten gehe es um das Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie am Ende des Ersten Weltkrieges und die darauffolgende Grenzziehungen, die grundlegende territoriale Veränderungen geschaffen hätten. Ungarn habe damals zwei Drittel seiner Landesfläche abtreten müssen. Dies habe Ungarn über viele Jahre schwer belastet.

Dr. Kristián Ungváry leitete über, dass Ungarn nach der Unterzeichnung des Vertrages von Trianon im Jahre 1920 in eine Art Schockstarre verfallen sei, denn man habe sich mit dem Vertragswerk nicht abfinden wollen. In den Folgejahren sei in Ungarn ein starker Nationalismus zu erkennen gewesen, der bekanntermaßen als »Madjarisierung« bezeichnet wird.

Ungváry verwies in seinen Ausführungen auch auf Jakob Bleyer, den Gründer des Ungarländischen Volksbildungsverein und gleichzeitig die führende Figur der Ungarndeutschen in der Zwischenkriegszeit in Ungarn bis zu seinem frühen Tod 1933. Bleyer habe noch kurz vor seinem Tod mit einer Aufsehen erregenden Rede im ungarischen Parlament regelrecht für einen Skandal gesorgt, als er die Missstände an den deutschen Nationalitätenschulen anprangerte.

Der aufkommende Nationalsozialismus der so genannten »radikalen Erneuerern« um Franz Basch nach 1938 mit der Gründung des Volksbundes spaltete letztendlich das Ungarndeutschtum. Am Ende sei die Situation um die Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieges vollends eskaliert mit dem Ergebnis der Vertreibung eines Großteils der Ungarndeutschen.

Prof. Dr. Manfried Rauchensteiner referierte nach einer Pause über das Ende des Großreiches Österreich-Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg. Zum Jahresende 1917 hätte dabei wohl noch niemand gedacht, Österreich-Ungarn ein Jahr später besiegt sein würde und ein mehr als 600 Jahre bestehendes Reich damit zerfallen könnte. Russland, Serbien und Montenegro hatten kapituliert, Italien war schwer geschlagen und Albanien besetzt. Dass das alles nur mit deutscher Hilfe möglich gewesen war, wollten wohl viele in der Habsburgermonarchie nicht wahr haben. Aber es sei so gewesen. Die k.u.k.-Armee hatte schon 1916 ihre Kriegsfähigkeit eingebüßt und konnte nur mehr mit deutscher Hilfe weiterkämpfen. Der österreichische Kaiser Karl dachte daher an einen Sonderfrieden, scheute aber vor einem Bruch mit dem Deutschen Reich zurück.

1918 ging es nur mehr um die Frage, ob das Reich der Habsburger vollständig zertrümmert werden würde oder noch in Teilen fortbestehen könnte. Am 3. November 1918 wusste man es: Österreich-Ungarn streckte die Waffen. Rauchensteiner schloss seinen Vortrag mit einem Zitat aus der Verzichtserklärung von Kaiser Karl vom 13. November 1918, nach deren Unterzeichnung das Reich und die Monarchie endgültig zerfiel.
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