 |
| Die neue Schriftleiterin |
|
 |
|
| Ihre Beiträge zu |
|
 |
|
 |
|
| AKTUELLES VON DEN UNGARNDEUTSCHEN |
| HEIMAT IST GRENZENLOS |
69. BUNDESSCHWABENBALL IN GERLINGEN |
 |
| Die Tanzgruppe aus Tarian auf der Bühne |
Der diesjährige Bundesschwabenball der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn stand ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: 50 Jahre Schwabenball in Gerlingen. Seit einem halben Jahrhundert ist die Stadt – oft als inoffizielle Hauptstadt der Ungarndeutschen bezeichnet – ein verlässlicher Partner und zentraler Ort der Begegnung für die ungarndeutsche Gemeinschaft weltweit. Die enge Verbindung ist historisch gewachsen, nicht zuletzt durch die vielen Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg hier eine neue Heimat fanden und das kulturelle Leben bis heute prägen.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Dirk Oestringer eröffnete der feierliche Einzug der Trachtengruppen zum Prinz-Eugen- Marsch den Abend. Dieses eindrucksvolle Bild gelebter Tradition wurde durch das gemeinsame Singen der ungarndeutschen Hymne unterstrichen.
Bundesvorsitzender Joschi Ament eröffnete anschließend den Ball und stellte das Jubiläum in einen größeren Zusammenhang. „50 Jahre Schwabenball – das ist weit mehr als eine schöne Tradition. Es sind über fünf Jahrzehnte Begegnung, Gemeinschaft, Musik, Tanz und gelebte Kultur“, betonte er. Besonders hob er die generationsübergreifende Bedeutung hervor: Seine eigenen Söhne stünden bereits als fünfte Generation seiner Familie auf der Bühne – ein lebendiges Beispiel für die Weitergabe dieser Tradition. Mit einem Zitat von Gustav Mahler – „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ – verdeutlichte Ament, worum es an diesem Abend geht: das kulturelle Erbe aktiv zu bewahren und weiterzugeben. Wenn Trachten getragen, Tänze aufgeführt und Gemeinschaft gelebt werde, zeige sich, dass die ungarndeutsche Kultur keine bloße Erinnerung, sondern lebendige Gegenwart sei.
Zugleich erinnerte Ament an die historische Verantwortung: Vor 80 Jahren begann die Vertreibung von rund 220.000 Ungarndeutschen. Dieses Ereignis wirke bis heute nach und sei Teil der kollektiven Erinnerung. Umso wichtiger seien Dialog und Versöhnung. In diesem Zusammenhang würdigte er die Anwesenheit von Dr. Katalin Szili, die sich als Präsidentin des Ungarischen Parlaments für Aufarbeitung und Aussöhnung eingesetzt hatte. Solche Gesten seien entscheidend für das gemeinsame Verständnis und die Zukunft der Volksgruppe.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Festrede von Dr. Szili, die die Rolle der Ungarndeutschen als Brückenbauer zwischen Deutschland und Ungarn hervorhob. Im Anschluss trug sie sich in das Goldene Buch der Stadt ein.
Die große Trachtenschau mit über 100 Mitwirkenden präsentierte eindrucksvoll die Vielfalt ungarndeutscher Brauchtumspflege. Kulturell bereichert wurde der Abend durch Darbietungen der Tanzgruppe aus Tarian, des Ungarndeutschen Folklore-Ensembles aus Wernau sowie durch die Volksmusikkapelle aus der Gerlinger Partnerstadt Tata.
Nach dem offiziellen Teil sorgte die Blaskapelle Tarian für ausgelassene Stimmung und ließ den Abend in geselliger Atmosphäre ausklingen. Der Jubiläumsball zeigte eindrucksvoll: Die ungarndeutsche Kultur lebt – getragen von Gemeinschaft, Erinnerung und dem Blick in die Zukunft.
Text: LDU Foto: Annette Welfonder
|
 |
| Lesen Sie mehr in der Printausgabe. |
|
|
|
|
|
|
| Anzeigen |
| Mit Anzeigen und Inseraten erreichen Sie Ihre Zielgruppe. Anzeige aufgeben |
 |
|
| Bücher & mehr |
|
|