archivierte Ausgabe 11/2009 |
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Ein Triumphbogen empfängt die Reisenden |
| Der Budapester Ostbahnhof wurde vor 125 Jahre eröffnet |
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Der Budapester Ostbahnhof (Keleti Pályaudvar) Foto: Budapest Tourismus |
Wenn man heute mit dem Zug von Wien nach Budapest fährt, empfängt Budapest den Reisenden mit einer wahrhaft imposanten Architektur. Der Budapester Ostbahnhof (Keleti Pályaudvar) gehört zu den eindrucksvollsten Bahnhöfen Europas. Eine große tonnengewölbte Eisenkonstruktion überwölbt die Bahnsteighalle und zum Baross-Platz wendet sich das Gebäude mit einem imposanten Triumphbogen. Eigentlich könnte der Ostbahnhof einer der schönsten Bahnhöfe Europas sein. Sein Zustand ist teilweise aber gerade nicht ungedingt sehenswert. Es bröckelt der Putz an vielen Stellen. Entlang der Südfront sind gerade ganze Bereiche gesperrt. Vor 125 Jahren wurde der Ostbahnhof eröffnet.
Die Vorgeschichte reicht aber weiter zurück. 1868 gab das ungarische Parlament ein Gutachten in Auftrag, die verschiedenen Bahnlinien in einen Bahnhof zu vereinigen. Damals gab es nämlich bereits drei Bahnhöfe: den Südbahnhof in Ofen (Buda), den Westbahnhof und den Josefstädter (oder Losontzer) Bahnhof. Da die verschiedenen Bahngesellschaften aber nicht zu einer Einigung zu bewegen waren, wurde 1871 nur ein Vorschlag für einen neuen Bahnhof der königlich ungarischen Staatsbahn (MÁV) vorgelegt. Diese wollte so zum Josefstädter Bahnhof, der die alte Endstation ihrer Eisenbahnlinie war, einen Bahnhof errichten, der näher an der Innenstadt lag. Die Bahnhofsplanungen standen auch in Zusammenhang mit einer Neuregulierung der neu gegründeten Hauptstadt Budapest. Als Standort wurde die damals ebenfalls gerade geplante große Ringstraße vorgesehen. Wegen der großen Wirtschaftskrise 1873 verschob man den Bau dann erst einmal. Außerdem hatte man erkannt, dass der Erwerb der für die Eisenbahntrasse und das Bahnhofsgebäude nötigen Grundstücke die Baukosten sehr in die Höhe treiben würde. Bei den weiteren Planungen verlegte man den Bahnhof stadtauswärts in die Nähe des Heumarkts.
Erst 1881 wurden die Arbeiten begonnen. Mit den Plänen beauftragte die Ungarische Staatsbahn (MÁV) den Bauingenieur Julius Rochlitz (1827–1886). Das Gebäude war in seiner Glanzzeit der modernste Bahnhof Mitteleuropas. Die Baukosten verteuerte die Gründung im sumpfigen Untergrund, weswegen man ein Fundament aus Zedernholzstämmen errichtete, das nun beim Umbau der U-Bahn-Haltestelle zum Vorschein gekommen ist. 1884 wurde der Bahnhof, der bis 1891 Zentralbahnhof (Középponti Pályaudvar) hieß, dem Verkehr übergeben. [...]
Klaus J. Loderer
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