archivierte Ausgabe 11/2009 |
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| Titelthema |
Innenminister Heribert Rech: »Die Ungarndeutschen sind Brückenbauer der ersten Stunde« |
| 30. Kulturtagung der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn mit Festakt 40 Jahre Patenschaft der Stadt Gerlingen und 60 Jahre Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn |
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Zwei Patenonkel der Ungarndeutschen bei der Kulturtagung: Gerlingens Bürgermeister Georg Brenner (rechts) und sein Vorgänger Albrecht Sellner (3.v.r.) Foto: kjl |
»Die Kulturtagung ist ein fester Bestandteil im Kalender der landsmannschaftlichen Veranstaltungen in unserem Land, sie ist schon Tradition geworden. Zugleich ist sie ein beeindruckendes Bekenntnis zu Ihrer Herkunft, Ihren Wurzeln, Ihrer Heimat und Ihren Traditionen.« Das sagte der Landesbeauftragte für Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler, der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech, am 17. Oktober bei der von der Stadt Gerlingen und der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn veranstalteten Kulturtagung. Bürgermeister Georg Brenner begrüßte im Gerlinger Rathaus die zahlreichen Gäste und Ehrengäste. Brenner bekannte sich im Namen der Stadt zur Patenschaft über die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn. Vor 40 Jahren habe der damalige Bürgermeister Wilhelm Eberhard die Patenschaftsurkunde unterzeichnet. Von den Ungarndeutschen wurde er mit dem Ehrentitel »Vilmos bácsi« geehrt. Den Titel Patenonkel habe er von Albrecht Sellner übernommen und er trage ihn gerne, bekräftigte Brenner. »Gerlingen gilt zu Recht als die heimliche Hauptstadt der -Ungarn in Süddeutschland«, so Brenner. Mit Ungarn und der dortigen Partnerstadt Tata gebe es einen regen Austausch, gerade auch unter Jugendlichen. Diese Verbundenheit sei in Zeiten eines zusammenwachsenden Europas besonders wichtig, in dem alle mit denselben Problemen, etwa Wirtschaftskrise und Fachkräftemangel, zu kämpfen hätten. Und Brenner sprach das Stichwort Brückenbauer an, das sich wie ein roter Faden durch alle Reden zog.
Die Leistungen der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn würdigte deren Ehrenvorsitzender Prof. Dr. Paul Strifler. »Wir wollten am Aufbau dieses jungen Deutschland mitwirken, uns ohne Vorbehalte integrieren, ohne Forderungen an den Staat oder die Staaten Osteuropas zu stellen,« betonte Strifler. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten viele Ungarndeutsche ihre Heimat verlassen müssen und damit ihr Hab und Gut, ihre Wurzeln und ihren Halt verloren, so Innenminister Rech. Der überwiegende Teil von ihnen sei nach Baden-Württemberg gekommen, viele davon nach Gerlingen. Der Anfang in der neuen Heimat sei schwer gewesen. Die Neubürger seien nicht überall mit offenen Armen aufgenommen worden. Aber mit der ihnen eigenen Schaffenskraft, ihrem Erfindungsreichtum, ihrem Fleiß und ihrem ungebrochenen Willen hätten sie die Herausforderung angepackt und sich eine neue Existenz geschaffen. In der neuen Heimat hätten sie sich früh organisiert und bereits 1949 die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn gegründet. Sie leiste ihren Landsleuten eine große Hilfe bei der Eingliederung. [...]
Klaus J. Loderer
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