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Cornelius Mayer Ehrenbürger von Weindorf (Pilisborosjenö)

Cornelius Mayer Ehrenbürger von Weindorf (Pilisborosjenö)
Am 20. August wurde Prof. Dr. Cornelius Mayer bei einem Festakt in seiner Heimatgemeinde zum Ehrenbürger ernannt. Die nördlich von Budapest gelegene Gemeinde Weindorf (Pilisborosjenö) ehrte damit die Verdienste des bekannten Augustinerforschers. Unter den Gästen waren der Bürgermeister von Würzburg Dr. Dr. Adolf Bauer und Eva Maria Linsenbreder, Bürgermeisterin von Kleinrinderfeld, einer Gemeinde bei Würzburg, die eine Partnerschaft mit Weindorf anstrebt.

Weindorfs Bürgermeister János Küller würdigte Mayer in einer ausführlichen Laudatio: »Cornelius Mayer wurde 1929, während der schweren Jahre zwischen den beiden Weltkriegen, in Weindorf geboren. Hier war er Knabe und heranwachsender Junge. Im Jahr 1941 gab es eine Volkszählung in Ungarn, die unter anderem auch die nationale Zugehörigkeit und die Muttersprache der Bürger festschrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Sinne einer Gesetzesverordnung alle jene nach Deutschland deportiert, die bei der Volkszählung 1941 sich zur deutschen Nationalität oder zur deutschen Muttersprache bekannt hatten. Die Verordnung traf die Mehrzahl der 1800 Personen zählenden damaligen Gemeinde. Die Deportation fand in zwei Transporten am 25. April und am 2. Mai 1946 von Solymár aus statt. Der unmenschlichen Bedingungen und der Schicksale der Deportierten gedenkt unser Dorf jeweils am Jahrestag. Nur wenigen deutschen Familien gelang es, der Deportation zu entgehen. Familien wurden getrennt. Gründe für eine Befreiung waren Beschäftigungen, auf welche der Staat nicht verzichten mochte. Mayer war damals Gymnasiast; er wurde deportiert.

Cornelius Mayer legte in Deutschland, in Münnerstadt die Reifeprüfung ab, kurz darauf trat er in Würzburg in den Augustinerorden ein. Er studierte in deutschen Großstädten, später in Frankreich. Er war Professor der Theologie an der Universität Gießen bis zu seiner gesetzlichen Emeritierung 1996. Als Emeritierter kehrte er nach Würzburg zurück, wo er ein Forschungsinstitut gründete, das er bis heute leitet. Die Ergebnisse seiner Forschung veröffentlicht er im periodisch erscheinenden Augustinus-Lexikon, das in den Bibliotheken der Welt einzusehen ist, und über das auch das Internet informiert.

Seine über Jahrzehnte sich erstreckende Aktivität hat ihn bekannt gemacht. Er genießt großes Ansehen in der deutschen Öffentlichkeit, ebenso in der kirchlichen Welt. Seinen 80. Geburtstag beging die Stadt Würzburg mit einer glanzvollen Veranstaltung. Auch eine geladene Abordnung seines Geburtsdorfes konnte ihn im Kreis universitärer und kirchlicher Würdenträger begrüßen.
In nahezu sämtlichen unser Dorf unterstützenden deutschen Hilfsleistungen stoßen wir auf die weitverbreiteten Beziehungen von Cornelius Mayer. Nie vergaß er seinen Geburtsort. Er besucht die Heimat, seit sich dazu Möglichkeit bot. Derzeit bemüht er sich um eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Kleinrinderfeld bei Würzburg und Pilisborosjenö. [...]

Klaus Loderer
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