archivierte Ausgabe 7/2010 |
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Die Ulmer Schachtel als Symbol der Einwanderung im 18. Jahrhundert |
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| Ulmer Schachtel in Kakasd |
Zur Erinnerung an die Ansiedlung deutscher Einwanderer hat nach Högyész die Gemeinde Kakasd im Komitat Tolna seit dem 24. April 2010 eine »Ulmer Schachtel«, auch »Schwabenzillen« genannt, als Denkmal. Die von der Högyészer Adelsfamilie Mercy begonnene und auch nach der Besitzübernahme durch die Grafen Apponyi fortgesetzte Neubesiedlung im Komitat Tolna mit Einwanderern aus Deutschland brachte der Region eine kulturelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung, zu dessen Zentrum Högyész wurde. Die im Deutschen Reich angeworbenen Bauern und Handwerker kamen in der Regel von Ulm auf der Donau bis nach Südungarn.
Das Transportschiff, die so genannte Ulmer Schachtel wird im Heimatbuch von Bonyhádvarasd wie folgt beschrieben: »Diese Ulmer Schachteln waren kleine, roh gezimmerte Schiffe, die sich zum Transport von Menschen und Fracht eigneten. Die Länge eines solchen Wasserfahrzeugs betrug zwischen 17 bis 30 Metern, etwa 7 Meter breit und konnte eine Last bis zu 150 Tonnen aufnehmen und befördern. Stromabwärts betrug ihre durchschnittliche Geschwindigkeit etwa 8 Kilometer pro Stunde. Die Ulmer Schachtel wurde vom Bug und Heck mit je zwei Rudern gesteuert. Sie hatte einen Tiefgang von nur 30–40 cm. Die Tragkraft von so einem Wasserfahrzeug betrug bis zu 800 Zentnern, sodass neben den Menschen noch Vieh und Fuhrwerk geladen und befördert werden konnte. Es ist leicht verständlich, dass die Unternehmer schwer ihr Brot verdienten. [...]
Martin Genczler
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