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In Oratorien- und Passionen feierte sie zahlreiche Erfolge

Die in Stuttgart lebende Konzert- und Opernsängerin Ibolya Verebics wurde Ehrenbürgerin ihrer ungarischen Heimatstadt Győr
Die Sängerin Ibolya Verebics und Bürgermeister Dr. Csaba András Dézsi im Rathaus in Győr
Foto: Klaus J. Loderer
Bei einer Feierstunde im großen Saal des Rathauses der westungarischen Stadt Raab (Győr) wurden am 26. Juni verdiente Persönlichkeiten zu Ehrenbürgern ernannt. Bürgermeister Dr. Csaba András Dézsi überreichte die Urkunden. Darunter war auch die in Stuttgart lebende Sopranistin Ibolya Verebics. Weitere Ehrungen erfolgten für den katholischen Bischof, Präsidenten der ungarischen Bischofskonferenz und Kanzler der katholischen Péter-Pázmány-Universität András Veres, den bisherigen Rektor der Széchenyi-Universität Budapest Prof. Dr. Péter Földesi, den früheren Generaldirektor des Aladár-Petz-Komitatskrankenhauses Dr. László János Tamás und den ehemaligen Leiter der Obdachlosenhilfe in Győr Csaba Sütő.

Die Konzert- und Opernsängerin ist Preisträgerin des Liszt- und des Bartók-Preises. Ibolya Verebics wurde 1962 in Györ geboren. Schon während der Schulzeit erhielt sie Gesangsunterricht bei Anna Gonda von der Wiener Staatsoper. Von 1981 bis 1986 studierte sie an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Zu ihren Lehrern gehörten der Tenor Boldizsár Keönch, die Sopranistin Judit Sándor und der Pianist Csaba Végvári. Schon damals gewann sie bei zahlreichen Musikwettbewerben Auszeichnungen, etwa 1982 in Karlsbad, 1983 beim Mirham-Helim-Wettbewerb in Helsinki, 1985 beim Vinas-Lieder-Wettbewerb in Barcelona. 1986 machte sie ihr Diplom als Konzert- und Opernsängerin und wurde Mitglied im Ensemble der ungarischen Staatsoper in Budapest. Es folgten weitere internationale Erfolge, etwa 1987 beim BBC-Wettbewerb in Cardiff und 1988 beim Pavarotti-Wettbewerb. Sie besuchte Meisterklassen bei Elisabeth Schwarzkopf am Salzburger Mozarteum und bei Luciano Pavarotti in Pesaro.

Im Rückblick auf die Meisterklasse 1990 bescheinigte ihr Elisabeth Schwarzkopf: Ibolya Verebics »fiel mir damals schon als besonders schöne Stimme auf und hat inzwischen zu meiner grössten Ueberraschung und Freude an ihrer Technik sehr gearbeitet, so dass sie jetzt meiner Meinung nach internationalen Massstäben gerecht werden kann. Sie singt bereits Mozart wunderschön und ein grösseres Lob kann man wohl nicht aussprechen.«

Schnell entwickelte sich Ibolya Verebics zu einer gefragten Konzert- und Oratoriensängerin. Früh wurde sie von der Internationalen Bachakademie für das Europäischen Musikfest in Stuttgart entdeckt. Zwar spezialisierte sie sich auf barocke Oratorien und Passionen – so sang sie häufig in Bachs Weihnachtsoratorium und Matthäuspassion – und die Zeit von Mozart und Haydn, doch fand sie auch Zugang zum 19. Jahrhundert – etwa durch Mendelssohn-Bartholdys »Elias«, Rossinis »Stabat Mater« und Dvoraks geistliche Werke. An Opernpartien sang sie u. a. in Bizets »Carmen«, Gounods »Faust«, Glucks »Orfeo ed Euridice« und Mozarts »La clemenza di Tito«.

Ibolya Verebics arbeitete mit Dirigenten wie Antal Doráti, Enoch zu Guttenberg, Wolfgang Gönnenwein, Günter Neuhold und Helmuth Rilling zusammen und trat mit Sängern wie Julia Hamari, Marilyn Horne, Christa Ludwig, Helene Schneiderman, Uwe Heilmann, Rainer Trost und Peter Schreier auf. 1994 sang sie im Leipziger Gewandhaus unter Manfred Honeck das Sopransolo in Gustav Mahlers vierter Sinfonie. Mit der Gächinger Kantorei und Helmuth Rilling war sie 1990 in Israel. Häufig erfolgten Auftritte mit dem Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart (Händels Messias und Mendelssohns Elias). In der Tonhalle Zürich war sie 1993 in Bruckners großer Messe in f-moll zu hören. Bei den Münsterkonzerten sang sie 1994 in Monteverdis Marienvesper im Freiburger Münster. Beim Haydn-Festival sang sie 1995 in Haydns Oratorium »Il ritorno di Tobia« in der Bergkirche in Eisenstadt.

Auch auf zahlreichen CD-Einspielungen ist ihr Name vertreten. Die »Neue Westfälische« nannte sie zu ihrer Mozart-Lieder-Platte »Komm, lieber Mai« eine »begnadete junge Sopranistin«. Unter Ádám Fischer nahm sie 1991 Gustav Mahlers zweite Sinfonie auf. Unter Helmuth Rilling sang sie in Mozarts c-moll-Messe, Johann Sebastian Bachs Magnificat BWV 243 und Johann Christian Bachs Oper »Amadis de Gaules«.

Von 2003 bis 2005 war sie Dozentin an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main. In den letzten Jahren konzentrierte sie sich auf die Tätigkeit als Gesangslehrerin und Stimmbildnerin. In ihrer Geburtsstadt Győr im Westen Ungarns ist sie nicht vergessen, wie die Ernennung zur Ehrenbürgerin beweist.
Klaus J. Loderer
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