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Berichte aus Ungarn
Heldenplatz
Demonstration gegen Corona-Maßnahmen
Nach den Demonstrationen in Wien kam es am 28. Februar auch in Budapest zu einer großen Demonstration gegen die Maßnahmen der ungarischen Regierung, mit denen die Corona-Pandemie bekämpft werden soll. Mehrere Tausend Demonstranten aus ganz Ungarn zogen zum Heldenplatz (Hösök tere), um dort gegen die harten Regelungen, gegen die Schließung von Restaurants und Hotel zu demonstrieren, nachdem die Regierung angekündigt hatte, den Lockdown bis zum 15. März zu verlängern. Die Akzeptanz der Maßnahmen der Regierung hat stark nachgelassen, seit immer mehr Menschen von den wirtschaftlichen Folgen betroffen sind. Außerdem zweifeln inzwischen viele Menschen an der Wirksamkeit der Maßnahmen.

Impfung
Erfolgreich mit Impfstoffen aus China und Russland
Mitte März war Ungarn Spitzenreiter bei der Impfung gegen das Corona-Virus. Als der ungarische Ministerpräsident im vergangenen Jahr ankündigte, den russischen Impfstoff Sputnik V zuzulassen, kam das in Brüssel gar nicht gut an. Anfang des neuen Jahres sind zwei Millionen Dosen des russischen Impfstoffs und Mitte Februar fünf Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffs Sinopharm eingetroffen. Das entlastete das ungarische Impfsystem, da der Impfstoff von BioNTech aus der Bestellung der Europäischen Union schnell verimpft war. So konnte man mehr Menschen impfen. Dadurch führte Ungarn Mitte März zumindest in Prozentwerten die Impfstatistik der Europäischen Union an und lag damit vor Dänemark und Griechenland. 18 Prozent der Bevölkerung hatten bis dahin bereits die erste Impfung erhalten.

Verschärfung
Härtere Corona-Regeln
Hatten viele Menschen in Ungarn auf eine Lockerung der Einschränkungen gehofft, kam es dann ganz anders. Anfang März kündigte die ungarische Regierung in Anbetracht steigender Corona-Fallzahlen eine Verschärfung der Maßnahmen an. Vom 8. März bis 7. April an wurde die Schließung von Kindergärten und Grundschulen verordnet. Mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Drogerie, Apotheken, Tabakläden, Baumärkten und Tankstellen mussten alle Läden und Dienstleistungsunternehmen zwischen dem 8. und dem 22. März schließen. Banken, Post und Ämter dürfen weiter Publikum empfangen. Es wurde eine nächtliche Ausgangssperre von 20 bis 5 Uhr eingeführt. Gastronomische Einrichtungen wurden geschlossen. Touristische Hotelübernachtungen waren verboten. Die Grenzkontrollen wurden verschärft. Das Recht auf eine Einreise nach Ungarn wurde auf ungarische Staatsbürger und wenige Ausnahmen beschränkt. Transitfahren waren auf bestimmten Korridorstrecken möglich. Der Güterverkehr wurde aufrecht erhalten. Professionelle Sportveranstaltungen durften ohne Zuschauer stattfinden. Freizeitsport durfte mit Abstandsregelungen stattfinden. Alle Arbeitgeber sollten ihre Arbeitnehmer in Home-Office arbeiten lassen. Außerdem legte die Regierung eine komplette Maskenpflicht im öffentlichen Raum fest. Zur Kompensation der durch die Maßnahmen entstehenden wirtschaftlichen Probleme versprach die Regierung den Unternehmen eine Ausweitung der Finanzhilfen.

Risikogebiet
Ungarn wurde im März u. a. von Deutschland und Österreich als Hochinzidenzgebiet, also als Gebiet mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dies bedeutete bei einem Aufenthalt in Ungarn entsprechend der unterschiedlichen Quarantäneverordnungen eventuell eine Pflicht zur Absonderung.

Fidesz verlässt EVP
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, der auch Vorsitzender von Fidesz ist, hat Anfang März erklärt, dass die ungarische Regierungspartei ihre Abgeordneten aus der EVP zurückziehen werde. Die EVP (Europäische Volkspartei) ist die Fraktion der christdemokratischen Parteien im europäischen Parlament. Die zwölf Fidesz-Abgeordneten werden die EVP nun verlassen. Der entsprechende Brief Orbáns an den EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber (CSU) wurde von Fidesz auf Twitter veröffentlicht. Dem Austritt ging ein seit geraumer Zeit währender Streit zwischen Fidesz und Gruppen in der EVP voraus, der nun in einer in einer Online-Sitzung der EVP beschlossenen Änderung der Geschäftsordnung mündete, mit dem diese Fidesz hätte ausschließen können. Orbán hatte schon vor der Sitzung mit dem Austritt der Fidesz-Abgeordneten gedroht, sollte die EVP die entsprechende Änderung der Geschäftsordnung beschließen. Fidesz selbst ist schon seit 2019 nicht mehr in der EVP.

Unfall auf der Donau
Schiff fährt auf Brückenpfeiler
Am 12. Februar blieb ein nicht beladenes Frachtschiff an einem Brückenpfeiler der Rákóczi-Brücke in Budapest hängen. Um die Durchfahrt unter der Brücke wieder frei zu machen, mussten mehrere Schlepperschiffe eingesetzt werden.

-35,5 Grad
Kälterekord im Bükk-Gebirge
Beim Kälteeinbruch im Februar soll es zu einer Rekordtemperatur in Ungarn gekommen sein. Im Bükk-Gebirge wurden am 13. Februar minus 35,5 Grad Celsius gemessen. Der ungarische Kälterekord lag bisher bei minus 35 Grad, die 1940 in Miskolc-Görömbölytapolca gemessen wurden.

Schilf in Flammen
Brand am Plattensee
Am 28. Februar brannte der Schilfgürtel am Südufer des Plattensees (Balaton) in der Nähe von Fonyod. Fast 20 Hektar gerieten in Brand. Mehrere Feuerwehreinheiten aus der Umgebung waren im Einsatz. Schon in den Tagen davor war es immer wieder zu Bränden im Schilf gekommen. Die Schilfgebiete sind wertvolle Bereiche ökologische Naturräume, nicht zuletzt als Brutgebiete für Vögel und zur Reinigung des Wassers.

Pferde-CT
Tierärztliche Universität
Das ungarische Ministerium für Innovation und Technologie unterstützt die Universität für Veterinärmedizin in Budapest im Rahmen des Exzellenzprogramms mit Fördermitteln über 450 Millionen Forint (etwa 1,25 Millionen Euro. Nun wurde der Abteilung für Pferdemedizin ein neues Gerät für Computertomografie übergeben. Mit dem Gerät für 280 Millionen Forint (etwa 780.000 Euro) können Pferde stehend untersucht werden und müssen nicht betäubt werden.

Illegale Einreise
Auf der Autobahn M 7 entdeckte die Polizei am 21. Februar in einem bulgarischen Fahrzeug mehrere Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit, die illegal nach Ungarn eingereist waren. Die vier Männer wurden an die Grenze zurückgebracht. Der bulgarische Fahrer des Wagens wurde verhaftet. Ihn erwartet ein Verfahren wegen Menschenhandels.

Tourismus
Einbußen durch Corona-Verbote
Die in Ungarn vom Tourismus lebenden Branchen haben unter den Corona-Verboten besonders gelitten. Durch die sich abwechselnden Einreisesperren Ungarns und die Reisebeschränkungen anderer Staaten war die Reisemöglichkeit nach Ungarn im Jahr 2020 stark eingeschränkt. Schon im März 2020 ging die Zahl der ausländischen Touristen stark zurück. So waren im Vergleich zum Jahr 2019 nur noch ein Drittel der ausländischen Touristen im Land. Im April 2020 sank die Zahl der ausländischen Gäste durch die Ende März eingeführte Ausgangssperre um fast 99 Prozent. Das bedeutet, dass nur noch ein Prozent der ausländischen Touristen des Vorjahrs in Ungarn waren. Inlandstourismus war in Ungarn ab dem Mai 2020 wieder möglich. Insofern konnten die Hotels am Plattensee (Balaton) über den Sommer zumindest eine bescheidene Belegungsrate von etwa einem Drittel erreichen. Bei den Budapester Hotels war der Rückgang der Gäste drastisch. Dort kommen normalerweise mehr als 90 Prozent aus dem Ausland. Entsprechend katastrophal war die Situation im touristischen Sektor der Hauptstadt. Durch die Corona-Einschränkungen im neuen Jahr setzt sich das fort. Im Januar 2021 gab es in Ungarn 174000 Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben. Das klingt nach einer hohen Zahl, ist aber nur zehn Prozent der Übernachtungszahlen des Vorjahres. Der Rückgang der Übernachtungen lag im Januar 2021 bei 89,8 Prozent.

Gebeine
Krönungsbasilika in Stuhlweißenburg
In Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) wurde das im Bereich der Ausgrabungen der romanischen Krönungsbasilika stehende Beinhaus geöffnet. Die Krönung der mittelalterlichen ungarischen Könige erfolgte traditionell in dieser Kirche. Wegen der osmanischen Besetzung wurde die Königskrönung nach Preßburg (Bratisava) verlegt und wurde auch danach dort durchgeführt, da die alte Krönungskirche zerstört war. Minister Miklós Kásler kündigte eine neue Untersuchung der Knochen an. So sollen mehr als 600 Schädel und eine große Anzahl von Knochen untersucht werden. Man erhofft sich neue Erkenntnisse über die königlichen Familien und die mittelalterlichen Bestattungen. Bei den Ausgrabungen im Jahr 1848 seien die Möglichkeiten beschränkt gewesen. Moderne Untersuchungsverfahren sollen nun neue Ergebnisse erbringen.

Kettenbrücke
Renovierung beginnt
Die Budapester Kettenbrücke (Lánc híd) wird renoviert. Im Jahr 2023 soll die Brücke in neuem Glanz erstrahlen. Allerdings wird sie bis dahin nicht für den Verkehr benutzbar sein. Die Überquerung der Donau will dann noch besser geplant sein als seither. Eigentlich war vorgesehen, dass vor Beginn der Arbeiten die Brücke um den ungarischen Nationalfeiertag für den Autoverkehr gesperrt wird und die Fußgänger auch einmal die Fahrbahn nutzen können. Außerdem hätten die Fußgänger dann auch einmal durch die beiden Triumphbögen durchschauen können, was sonst wegen des Verkehrs nicht möglich ist. Denn die Brücke steht genau in der Achse der St.-Stephans-Basilika, deren Kuppel man durch den Bogen gerahmt sehen kann. Alle möglichen Programmpunkte und eine Ausstellung waren geplant und mussten dann abgesagt werden, da diese wegen der strengen Corona-Verordnungen der Regierung nicht durchführbar waren.

Lodernde Flammen

Supermarkt in Szentendre abgebrannt
In Szentendre brannte am 7. April ein Supermarkt ab. Mehr als zwanzig Feuerwehreinheiten aus der Umgebung waren die ganze Nacht im Einsatz, um das Feuer in dem zweitausend Quadratmeter großen Gebäude zu löschen. Durch die Nähe einer Tankstelle und des Busbahnhofs bestand besondere Gefahr. Allerdings gelang des der Feuerwehr zu verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude überschlug. Wegen der starken Rauchentwicklung waren zwei mobile Messstationen im Einsatz, um die Luftverschmutzung zu messen. Im Internet kursierten schnell Fotos und Filme, die die hoch in den nächtlichen Himmel auflodernden Flammen zeigen.

Absagen
Weder Balaton Sound noch Volt Festival
Auch im Jahr 2021 werden in Ungarn zahlreiche Großveranstaltungen abgesagt. Die Veranstalter von Balaton Sound und des Volt Festivals haben nun angekündigt, dass unter den gegebenen Umständen eine Durchführung der Festivals im Jahr 2021 nicht möglich sein wird.

Spende des Ritterordens

Passauer unterstützten Wemend (Vémend)
Die St.-Georgs-Ritterschaft um Konrad Kobler unterstützte in einer Benefizaktion ungarndeutsche Gemeinden in Südungarn. Mit Möbeln, Küchen, Küchenherden, Matratzen, Sitzgarnituren und Wandregalen half man einem Seniorenzentrum in Wemend (Vémend). Der frühere bayerische Landtagsabgeordnete Konrad Kobler wurde 2019 vom Priorat Passau des St. Georgs-Ritterordens als Nachfolger des verstorbenen Josef Schmid zum Prior gewählt. Der Ritterorden St. Georg wurde 1326 vom ungarischen König Karl I. Robert gegründet. Heute kümmert sich der weltliche Orden um Fürsorge, soziale Projekte, Tradition und Denkmalpflege. Der Ritterschlag erfolgt in Visegrád oder am Grab der seligen Königin Gisela in Passau. In Passau gibt es 24 Ritter und Damen.
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