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Kultur

Text und Context – szenische Lesung mit Kontrabass

Eine Veranstaltung mit Prosa und Lyrik rumänien- und ungarndeutscher Autoren am ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart
Musik und Literatur im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart
Foto: kjl
Eine eindrückliche Lesung aus Werken deutscher Autoren aus Ungarn und Rumänien war am 28. September im ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart zu erleben. Die drei Studentinnen der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart ließen die Worte fließen, deklamierten, fielen sich gegenseitig ins Wort, nahmen Gedanken auf, ließen Sätze durch den Raum schweben, spitzten zu und schockierten. Spitzbübisches Lächeln begleitete die Ironien. In immer neuen Konstellationen kam bei Lea Brückner, Mareike Köhler und Ildikó Fillies, allesamt Studentinnen von Annegret Müller, keine Langweile auf. Dass diese gefragte Rezitatorin und Professorin für Sprechkunst und darstellende Kunst eine geradezu musikalische Artikulation von Texten pflegt, war auch bei ihren Studentinnen zu hören. Zu hören waren Texte von Angela Korb, Thomas Perle, Csilla Susi Szabó, Christel Ungar und Stefan Valentin. Die Sprechpausen überbrückten Improvisationen auf dem Kontrabass.

Eugen Christ von der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg und Dr. Heinke Fabritius, Kulturreferentin am Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim, informierten zu Hintergrund und Struktur der Veranstaltung.

Eigentlich hätte die Lesung in Verbindung mit einer Literaturwerkstatt durchgeführt werden sollen. Diese war durch die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie nicht durchführbar. Angela Korb (Budapest) und Christel Ungar (Bukarest) schickten kurze Videobotschaften. Die Lyrikerin Angela Korb wurde am 12. Februar 1982 in Fünfkirchen geboren und wuchs in Hetvehely der Branau auf. Ihre musikalische Begabung pflegte sie durch das Hauptfach Klarinette in ihrer Schulzeit. Von 1996 bis 2000 besuchte sie den deutschen Nationalitätenklassenzug am Klara-Leöwey-Gymnasium Fünfkirchen. Nach dem Abitur studierte sie an der Philosophischen Fakultät der Universität Fünfkirchen Deutsch als Minderheitenfach und Geschichte. Erste literarische Arbeiten wurden in »Signale«, der Literaturbeilage der Neuen Zeitung, veröffentlicht. Bekannt wurde sie durch ihre Tätigkeit als Redakteurin der Neuen Zeitung.

Die 1966 in Hermannstadt geborene Christel Ungar ist seit 2003 Chefredakteurin der deutschen Sendung des öffentlichrechtlichen rumänischen Fernsehens TVR. Zwei Autoren waren aber doch nach Stuttgart gekommen. Thomas Perle und Stefan Valentin freuten sich sehr über die Lesung.

Stefan Valentin wurde 1973 in Budapest geboren. Er lebt in Schorokschar (heute der XXIII. Bezirk der Hauptstadt). Nach dem Besuch des Piaristengymnasiums studierte er Theologie im Priesterseminar zu Erlau (Eger). Während der Lehrerausbildung der ELTE legte er die Fachabschlussprüfung in Deutsch als Fremdsprache ab. Er unterrichtete an mehreren Gymnasien und Grundschulen in Pestlörinc und Pesterzsébet. Seine Glossen und kurzen Prosatexte erschienen in der deutschsprachigen »Neuen Zeitung« in Budapest und deren Literaturbeilage »Signale«.

Zwei Kurzvorträge stellten die deutsche Literatur in Ungarn und Rumänien vor. Der Germanist András F. Balogh, der deutsche Literatur an der Loránd-Eötvös-Universität (ELTE) in Budapest und an der Babes-Bolyai-Universität in Klausenburg unterrichtet, gab eine kurze Übersicht zur deutschsprachigen Literatur in Ungarn. Nach einem kleinen Rückgriff auf das Mittelalter würdigte er die ungarndeutschen Autoren der Gegenwart als eine sehr überschaubare literarische Szene.

Enikö Dácz, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Redakteurin den letzten Band der Zeitschrift »Spiegelungen« der deutschen Literatur in Ungarn widmete (»Ungarndeutsche heute – Sprache und Zugehörigkeit«), konnte in ihrer Übersicht zur rumäniendeutschen Literatur auf ein breiteres Spektrum zurückgreifen, zu dem mit Hertha Müller immerhin eine Trägerin des Literaturnobelpreises gehört. Genauer ging sie allerdings auf den anwesenden Schriftsteller Thomas Perle ein, der 1987 in Oberwischau geboren wurde. Von diesem steht am Burgtheaterin der laufenden Saison eine Uraufführung an. Im Vestibül soll das Theaterstück »Karpatenflecken« uraufgeführt werden. Es war 2019 das Siegerstück des vom Drama-Forum Graz vergebenen Retzhofer-Dramapreises. Im Stück geht es um drei Frauen aus drei Generationen, die aus einem Dorf in den Waldkarpaten stammen.

Bei einem Glas Wein bestand nach der Veranstaltung noch die Gelegenheit mit den Autoren ins Gespräch zu kommen.
Klaus J. Loderer
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