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Er führte die Tanzgruppe zur Höchstform

Ehrung von Andreas Netzkar mit Frau mit dem neugeschaffenen Donau-Isar-Bayern Ehrenpreis der LDU Bayern bei der Mitgliederversammlung in Geretsried
Georg Hodolitsch bei der Übergabe des Isarfelsens an Tochter Erika Ferstl, im Hintergrund Reinhold Mayer und Anni Netzkar.
Foto: Reinhold Mayer
Die Donau ist für uns dabei der verbindende Fluß von unseren Wurzeln (in Bayern bzw. Deutschland) zu den Länder in den Südost-Mitteleuropäischen Raum – oder nach Bayern und die Isar herauf zur Hochburg der Ungarndeutschen nach Geretsried – bzw. in unseren Landkreis und Bayern. Oder jetzt nach der Flucht oder Vertreibung von Bayern der Donau entlang wieder runter zu Versöhnung mit in Ungarn verbliebenen Landsleuten. LDU-Landesvorsitzender Georg Hodolitsch überreichte den neu geschaffenen Donau-Isar-Bayern-Ehrenpreis der LDU-Bayern an die Tochter Erika Ferstl, da es Andreas Netzkar gesundheitlich nicht so gut ging. Nachfolgend veröffentlichen wir Reinhold Mayers Laudatio auf Andreas Netzkar.

Als mich Schorsch Hodolitsch gebeten hatte, eine Laudatio für Andreas Netzkar zu halten, zögerte ich zunächst. Ich fragte mich, kann ich als kleiner Vereinsvorsitzender eine Laudatio für einen Mann halten, dem der Bundespräsident Roman Herzog in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen hat, dem der Landrat unseres Landkreises, Josef Niedermeier, die Isar-Loisach-Medaille, dem unser Bürgermeister die Goldene Ehrennadel der Stadt Geretsried verliehen hat, und der darüber hinaus noch zahlreiche weitere Ehrungen erfahren hat. U. a. erhielt er auch den Ehrenbrief der LDU, den Ehrenvorsitz der Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn und auch den Ehrenvorstand der Südostdeutschen Landsmannschaft. Für mich ist es zu viel der Ehre, eine Laudatio zu Ehren von Andreas Netzkar zu halten, die ihm auch nur annähernd gerecht wird.

Johann Macher hat der bei der Verabschiedung Andreas Netzkars aus dem Amt des Vorsitzenden der Trachtengruppe gesagt: Wir brauchen solche Vorbilder. Wir brauchen solche Vorbilder. Janosch hatte Recht gehabt. Immer wenn ich am Sinn meiner Arbeit als Vorsitzender der Südostdeutschen Landsmannschaft gezweifelt habe, kam mir dieser Satz wieder in den Sinn. Auch für mich ist Andreas Netzkar ein Vorbild. Ein Vorbild an Fleiß, Zielstrebigkeit, Ausgeglichenheit und dabei bei allen großen Erfolgen an Bescheidenheit und Demut.

Schon in der alten Heimat gehörte Andreas Netzkar zu den Jugendlichen, die sich getrauten, sich zu ihrer Identität zu bekennen und ihre Sprache und das Brauchtum zu hegen und zu pflegen. So war es für ihn selbstverständlich, dass er 1950 Mitglied der Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn wurde und vier Jahre später die Verantwortung als deren Vorsitzender übernahm.

In den 1950er-Jahren galt seine Sorge überwiegend der Eingliederung der Landsleute. Er ging von Familie zu Familie, half bei der Beschaffung von Papieren und machte Übersetzungen. Unter seinem Vorsitz wurde die Trachtengruppe zu einem der agilsten Vereine von Geretsried. Bald wurde die Trachtengruppe über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Zahlreiche öffentliche Auftritte folgten im gesamten bayerischen Raum aber auch darüber hinaus. Es galt vier Tanzgruppen, die Seniorentanzgruppe, die Jugendtanzgruppe, die Schülertanzgruppe, die Kindertanzgruppe sowie eine Singgemeinschaft für Proben, Übungsabende und Auftritte anzuleiten und zu führen.

Das alles in seiner Freizeit, also ehrenamtlich und natürlich ohne Bezahlung, denn so ganz nebenbei war Andreas auch noch 40 Jahre bei der Firma EMPE tätig, wo er zunächst als Schreiner arbeitete, später ab 1970 als Werkmeister eingesetzt wurde.

Ein Wehrmutstropfen für Andreas war aber, dass das kommunistische Regime unter János Kadar ihm jahrelang verwehrte, seine alte Heimat zu besuchen. Erst 1981 erfolgte die erste offizielle Kontaktaufnahme zu den ehemaligen Landsleuten in Pusztavam. Eine Trachtengruppe aus Pusztavam hatte eine Auslandsreise gewonnen und Andreas angeschrieben. Schließlich kam es aber 1982 zu einem ersten offiziellen Besuch einer ungarndeutschen Kulturgruppe in Deutschland. Die Pusztavamer Tanz-, Sing- und Musikgruppe besuchte Geretsried. Ein Gegenbesuch der Trachtengruppe erfolgte im Mai 1984, also fünf Jahre bevor Gyula Horn und Alois Mock bei Nickelsdorf den Grenzzaun öffneten. Der Zufall wollte es so, dass dies nahe jenes Ortes geschah, aus dem Andreas Vorfahren stammten. Andreas wurde der Initiator und Motor der Freundschaft zwischen Pusztavam, Nickelsdorf und Geretsried. Diesen Beitrag zur Völkerverständigung würdigte schließlich auch der Bundespräsident mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Dabei ging es Andreas nicht um Selbstdarstellung und Ehrungen, sonder in bester Tradition eines Jakob Bleyer um die Erhaltung der ungarndeutschen Identität, Sprache und Kultur. Niemand hat das besser beschrieben als unser Alt-Landrat Manfred Nagler, der Andreas Netzkar als Fels im Einsatz für die neue und alte Heimat bezeichnete. [...]
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