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Was findet man in Ulm noch zum Thema Auswanderung

Open-Air-Ausstellung »Aufbruch von Ulm entlang der Donau 1712–2012«
Was findet man in Ulm noch zum Thema Auswanderung
Der Ausstellungsbeginn am Donauschwabenufer in Ulm
Ein Wald grüner Stangen bereichert gerade das Donauschwabenufer zwischen Stadtmauer und Donau in Ulm. Die Stangen tragen blaue Tafeln. Wellen sind auf ihnen angedeutet – die Wellen der Donau. Eine historische Stadtansicht zeigt die Reichsstadt Ulm mit Booten auf der Donau, den berühmten Ulmer Schachteln. Die ungewöhnliche Installation ist der Beginn einer Ausstellung zum Thema Auswanderung. Vor 300 Jahren zogen die ersten Auswanderer von Ulm donauabwärts ins Königreich Ungarn. Graf Károly in Sathmar warb deutsche Siedler an. Man erfährt aber auch gleich, dass neben Ungarn auch Amerika, Preußen und Russland mögliche Ziele einer Auswanderung waren.

In insgesamt 15 Stationen kann man bei einem Rundgang durch Ulm viele Informationen zu den Themen Auswanderung und Ulmer Schachtel finden. Die grünen Stangen fangen den Blick ein. Dabei gingen die Ausstellungsmacher vor allem der Frage nach, was man in Ulm noch zum Thema Auswanderung findet. Nicht von ungefähr hat man die erste Station an die Donau gelegt. Am sog. Fischerplätzle ist man ja gleich in dem Stadtviertel, das eng mit dem Thema Wasser verbunden war. Ein Wandbild erinnert an die Beziehungen bis nach Belgrad. Allerdings ist das sog. Donauschwabenufer nicht der Ort des Aufbruchs der Auswandererschiffe, auch wenn das dort heute stehende Auswanderungsdenkmal dies suggerieren könnte. Die Schiffe fuhren nämlich von der Insel ab, am sog. Schwal. Die Insel gehört aber heute zu Neu-Ulm und ist darum nicht in die Ausstellung eingezogen. Wenn man den ersten Stationen folgt und auf der Stadtmauer entlangspaziert, kann man von dort einen Blick hinüberwerfen zum Schwal. Durch die Herdbruckerstraße geht es dann zum Rathaus und zum Münster. Dort wurden viele Auswanderungswillige getraut, durften doch nur verheiratete Paare auf die Schiffe. Allerdings war das Münster seit der Reformation evangelisch. Die meisten Auswanderer der ersten Zeit aber katholisch. Diesen behagte eine evangelische Trauung natürlich nicht so ganz. Deshalb darf bei diesem Thema eine Sta tion am katholischen Wengenkloster nicht fehlen. Dort ließen sich viel Paare nämlich heimlich nochmals trauen, damit sie den Segen der richtigen Konfession hatten. [...]
Klaus J. Loderer
Infos: www.aufbruch.ulm.de
Lesen Sie mehr in der Printausgabe.

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