Nach der Legende soll der heilige Wende- lin (lateinisch Wendelinus, auch Wenda- linus, ungarisch Vendel) im sechsten Jahrhundert im Bistum Trier missionierend tätig gewesen sein. Das Grab Wendelins befindet sich in der Wendalinusbasilika in der nach ihm benannten Stadt St. Wendel im Saarland. Der heutige Bau der Kirche, die gelegentlich sogar fälschlich als Dom bezeichnet wird, ist eine gotische Hallen- kirche aus dem 14. Jahrhundert. Das Hochgrab mit den Gebeinen des Heiligen stammt aus der Zeit um 1500.
Wendelin soll um 555 in Schottland oder Irland geboren worden sein. Der Name ist althocheutsch und bedeutet: aus dem Stamm der Vandalen. Drei lateinische Wendelins-Legenden entstanden im 14. und 15. Jahrhundert. Wendelin war der Überlieferung nach ein schottischer Königssohn. Aus Ärger über seine religiöse Neigungen verlangte sein Vater von ihm, Schafe zu hüten. Wendelin soll auf den Thron verzichtet und sich dem mönchischen Leben zugewandt haben. Eine andere Legende besagt, dass er auf der Rückkehr von einer Pilgerreise nach Rom nach Trier gekommen sei. In der Gegend von Trier habe Wendelin als Einsiedler um ein Almosen gebettelt, der Gutsherr ihm aber als Arbeit zum Broterwerb eine Stelle als Schweinehirt angeboten habe. So hütete Wendelin Schweine und schließlich Schafe. Als der Gutsherr ihn aber im Gebet versunken antraf, hatte er Angst, dass die Schafe nicht rechtzeitig in den Stall kommen und schalt ihn deswegen. Wollte er doch abends ein Schaf schlachten und es seinen Gästen zum Mahl vorsetzen. Doch sei nach der Legende die Herde schon im Stall gewesen, als der Gutsherr dorthin kam. Nach diesem Wunder baute er Wendelin in der Nähe des Klosters Tholey eine Klause, dessen Mönche ihn schließlich zum Abt wählten. In Tholey soll er 617 gestorben sein.