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Rückblick

Ungarndeutsche Gedenkstätte in Weilburg

Bürgermeister aus Györsövényház in Weilburg an der Lahn
Gespräche und Besichtigungen mit dem Bürgermeister von Györsövényház in Weilburg an der Lahn
Foto: Johann Geigl
71 Jahre nach der Vertreibung der 521 Ungardeutschen, auch Schwaben genannt, aus dem ehemaligen Heimatdorf Györsövényház, in deutsch Plankenhausen, besuchte erstmals ein Bürgermeister dieses Dorfes die Vertriebenen und deren Nachkommen in Weilburg.

Anlass war die Fertigstellung der kleinen Gedenkstätte der Heimatvertriebenen aus Györsövényház, die in der Frankfurter Straße an der Mauer des alten Friedhofes aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, errichtet wurde. Die Gedenktafel mit den Familiennamen der Vertriebenen, welche überwiegend im Kreis Limburg-Weilburg leben, ist nun durch einen befestigten Zuweg mit einer Stufe zum Ablegen von Kränzen, ergänzt worden. Dadurch ist nun für die Heimatvertriebenen aus Györsövényház ein Denkmal entstanden.

Johann Geigl, Sprecher und Initiator der Interessengemeinschaft der Heimatvertriebenen, Nachkommen und Freunde von Györsövényház, hatte zur Fertigstellung zum 1. November, dem Feiertag Allerheiligen, zu einer kleinen Feierstunde eingeladen. Mehr als 40 Personen waren zur Feierstunde an die Gedenkstätte gekommen. Unter den Teilnehmern war auch Dr. Ursula Hokstock mit ihren Eltern, Imre Hokstock und Maria Hokstock. Ursula Hokstock ist eifrige Besucherin unserer Treffen der Interessengemeinschaft. Sie lebt seit ca. 5 Jahren mit ihrer Familie nahe Diez und arbeitet als Internistin im St. Vincenz Krankenhaus in Limburg.

Imre Hokstock ist seit 1994 amtierender Bürgermeister in Györsövényház und nutzte seinen Kurzbesuch um an unserer Feier teilzunehmen. Auch seine Tochter hatte sich diesen Tag frei genommen um uns als Übersetzerin zu helfen.

Der Tag begann mit einem offiziellen Empfang im Weilburger Rathaus. Stellvertretend für den neuen Bürgermeister, Dr. Johannes Hanisch, empfing Stadtrat Christian Radkovsky um 11 Uhr den ungarischen Bürgermeister. Er wurde begleitet von seiner Frau Maria, Tochter Ursula und von der Interessengemeinschaft, Johann Geigl mit Ehefrau Helga sowie Monika Strzalka und Alfons Adrian. Ebenfalls dabei war Josef Plahl vom BdV (Bund der Vertriebenen) der die Angelegenheiten der Interessengemeinschaft hilfreich unterstützt.

In der Begrüßungsrede des Stadtrates hob er, selbst Enkel mit »heimatvertriebenen Wurzeln aus Osteuropa«, die schnelle Integration der Heimatvertriebenen und die Aufbauleistung in der deutschen Nachkriegszeit hervor. Spätestens, nachdem die Heimatvertriebenen aus Györsövenyhaz ihre Häuser gebaut hatten, waren sie voll integriert, so seine Worte. Er sagte man beobachte mit großem Interesse die Aktivitäten der Interessengemeinschaft mit dem ehemaligen Heimatdorf und bezeichnete das als einen hervorragenden Beitrag zur Völkerverständigung.

Der ungarische Bürgermeister Imre Hokstock bedankte sich für den herzlichen Empfang und sagte in seiner Rede man sei hoch erfreut über die menschliche Nähe, welche durch den Besuch der Reisegruppe im März nach Györsövényház, und daraus resultierenden Aktivitäten entstand. Es seien Zeichen einer Zusammengehörigkeit die weiter gepflegt werden sollten.

Johann Geigl berichtete über die Kindheit nach der Ankunft in Weilburg, welche er auch in seiner Broschüre »70 Jahre Vertreibung, Ankunft in Weilburg« näher beschrieben hat. Ein Exemplar der Broschüre übergab er Herrn Radkovsky. Er berichtete über weitere, gemeinsame Projekte. Diese sind die Restaurierung des Denkmals »Der gute Hirte« aus den 1920er Jahren, eines der Wahrzeichen von Györsövényház. Diese Maßnahme ist bereits angelaufen. Die Arbeiten werden von der Universität für bildende Künste in Budapest als Arbeitsprojekt bis ca. Mai 2018 durchgeführt. Die Material- und Transportkosten werden in Rechnung gestellt (ca. 3900 €), es fällt kein Arbeitslohn an. Dieser Betrag wird fast komplett von der Franz und Gertrud Schenzinger Stiftung übernommen. Johann Geigl konnte die Stiftung mit Hilfe von Roland Göltl, Sektion Odenwald der Interessengemeinschaft, als Sponsor gewinnen.

Ansprechpartner für Johann Geigl zur Erledigung der gesamten Korrespondenz in allen Angelegenheiten in Györsövényház ist der stellvertretende Bügermeister, Gábor Hancz, auch Redakteur bei der Tageszeitung »Kisalföld« (zu deutsch kleine Tiefebene). Die Korrespondenz erfolgt komplett in englischer Sprache per E-Mail, in Ermangelung deutscher Sprachkenntnisse bei Gábor Hancz und ungarischer bei Johann Geigl.

Für den Zeitpunkt der Neuerichtung des Denkmals ist eine Reise nach Györsövényház zu einer offiziellen Feier geplant, die Einladung wurde von Bürgermeister Hokstock bereits ausgesprochen.

Für diese Reise ist ein weiter Besuch des Nachbarortes Lébény, zu deutsch Leiden, geplant. Dort soll dann im Bahnhof eine Gedenktafel in der Größe 70 x 50 cm im Innenbereich angebracht werden. Das ist der Bahnhof vom dem zuerst am 9. Februar 1945 mehr als 100 Personen aus Györsövényház mit Hilfe der deutschen Wehrmacht nach Pettenbach, Österreich flüchteten. Sie wurden dann im Mai 1946 nach Neckarzimmern, Odenwald, ausgesiedelt. Sie sind mit uns als Interessengescheinschaft, Sektion Odenwald, verbunden. [...]
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