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Deutsche Südosteuropaforschung in Tübingen feiert Geburtstag

30 Jahre Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde und 60 Jahre Kommission für deutsche Geschichte und Kultur in Südosteuropa

Prof. Lázló Borhy, Prof. Reinhard Johler, Thomas Strobl, Prof. Bernd Engler, Prof. Rudolf Gräf, Dr. Mathias Beer (v. l. n. r.) Foto: Henrik Gassmann
In großem Rahmen und mit hochrangigen Gästen aus dem In- und Ausland haben das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) und die Kommission für deutsche Geschichte und Kultur in Südosteuropa (KGKDS) am 26. Oktober im Rahmen eines Festaktes ihre runden Geburtstage in Tübingen gefeiert.

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen haben Europa grundlegend verändert: Neue Grenzen, Flucht und Vertreibung, Kalter Krieg. Die Millionen von Zwangsmigranten im Allgemeinen und die deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen im Besonderen veränderten die demographischen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse in Europa und Deutschland grundlegend, auch im Bereich der Wissenschaften. Beide Jubilare sind, wie der Geschäftsführer des Instituts und Vorsitzende der Kommission, Dr. Mathias Beer, unterstrich, Kinder ihrer Zeit, Kriegskinder.

1957 gründeten Wissenschaftler die Südostdeutsche Historische Kommission in München die Südostdeutsche Historische Kommission. Seit ihrem Umzug nach Tübingen hat sich die Kommission unter dem Namen KGKDS programmatisch neu aufgestellt und entfaltet weiterhin eine erfolgreiche Tätigkeit. Dafür stehen die 56 Bände des als Danubiana Carpathica fortgesetzten Südostdeutschen Archivs und die 42 Bände der Buchreihe der Kommission. Die multidisziplinär ausgerichtete Vereinigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus zehn mittel- und südosteuropäischen Ländern bilden, wie Dr. Beer hervorhob, ein produktives Netzwerk im Kreis der Südosteuropaforschung.

In den 1950er Jahren, so Prof. Reinhard Johler, der wissenschaftliche Leiter des IdGL, liegen auch die Anfänge des IdGL. 1954 hat das Land Baden-Württemberg die Patenschaft über die »Volksgruppe der Donauschwaben« übernommen. Ausdruck dieser besonderen Beziehung war auch die Gründung des Instituts 1987 unter seinem ersten Leiter, Prof. Harald Zimmermann. Es war, wie Prof. Johler betonte, eine weitsichtige Entscheidung der baden-württembergischen Landesregierung. Das außeruniversitäre Institut habe gerade auch durch die enge Zusammenarbeit mit der Eberhard Karls Universität seinen anerkannten Platz in Tübingen, in Baden-Württemberg und in Deutschland gefunden und sei Dank der engen Kooperation mit den Partnereinrichtungen in Südosteuropa eine tatsächlich international renommierte Forschungseinrichtung geworden. Für dessen Forschungsprogramm stehen die Leitbegriffe migration, minorities, memories – Wanderungen, Minderheiten, Erinnerungen.

Innenminister Thomas Strobl, dessen Geschäftsbereich das Institut zugeordnet ist, hob in seinem Grußwort den Stellenwert des Instituts für die Beziehungen des Landes Baden-Württemberg zu den Ländern Südosteuropas hervor. Als eine international anerkannte Forschungseinrichtung leiste das Institut einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Unterfütterung der intensiven Beziehungen des Landes Baden-Württemberg zu den Ländern Südosteuropas und der EU-Donaustrategie.

In ihren Reden unterstrichen der Rektor der Rektor der Eötvös Loránd Universität in Budapest, Prof. Lázló Borhy, und der Prorektor der rumänischen Babeş-Bolyai Universität in Klausenburg (Cluj), Prof. Rudolf Gräf, das fruchtbare Kooperationsnetzwerk, das das Tübinger Institut in Südosteuropa im Allgemeinen und zu ihren beiden Universitäten im Besonderen aufgebaut hat. Sie führten dafür u. a. die Sommerschule »Diversität im Donauraum« an. Prof. Bernd Engler, der Rektor der Universität Tübingen, bezeichnete das Institut und die Kommission als Perlen der deutschen Südosteuropaforschung, mit denen sich die Universität und auch das Land gerne schmückten. Er begrüßte daher die Initiative des Instituts und der Kommission, die Südosteuropaforschung im deutschen Südwesten im Zentrum zur Erforschung deutscher Geschichte und Kultur an der Universität Tübingen zu bündeln.

Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist auch der im Rahmen des Festaktes erstmals vergebene Forschungspreis »Deutsche Geschichte und Kultur in Südosteuropa«. Mit ihm werden alle zwei Jahre hervorragende Forschungsarbeiten ausgezeichnet – dieses Jahr die Dissertation von Dr. Timo Hagen »Gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen in der siebenbürgischen Architektur um 1900«. Wie der Laudator, Prof. Christian Maner (Mainz) unterstrich, ist die Studie eine bahnbrechende Forschungsleistung.

Der Festakt wurde mit dem Vortrag von Prof. Carl-Hans Hauptmeyer (Hannover) beendet. Er sprach zum Thema »Landesgeschichte und Historische Kommissionen. Spezifische Zugänge zur regionale Geschichte«. Der Vortrag bildete den Auftakt zur Tagung »Landesgeschichte mit und ohne Land. Historische Kommissionen in West und Ost nach 1945«.
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