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Berichte aus Ungarn
Botschafter trifft Schüler und Studenten
Botschafter Volkmar Wenzel in Fünfkirchen (Pécs)
Botschafter Volkmar Wenzel besuchte zum Tag der Deutschen Einheit Fünfkirchen im Süden Ungarns. Er traf auch Vertreter der deutschen Minderheit in der Region. Pécs oder Fünfkirchen gehört zu den bedeutendsten von Deutschen besiedelten Gebieten in Ungarn. Die Deutschen in dieser Region haben viel dazu beigetragen, dass Traditionen, die deutsche Sprache und Kultur, damit auch die deutsche Identität bis heute erhalten blieben.
In Pécs wurde Ende 1956 das deutschsprachige Radioprogramm und 1978 das deutschsprachige Fernsehstudio Ungarns gegründet. In der Stadt gibt es deutsche Schulen, das Institut für Germanistik an der Universität Pécs hat einen sehr guten Ruf. Im Oktober 1985 gründeten Ungarndeutsche den Kulturverein Nikolaus Lenau, den ersten unabhängigen deutschen Verein der Nachkriegszeit in Osteuropa.
Auf dem Programm des Botschafters stand am Morgen das Valeria-Koch-Schulzentrum. Hier werden seit 2004 Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zum Abitur betreut und unterrichtet.
Volkmar Wenzel gab anschließend den drei Redakteuren des deutschen Regionalstudios von MTVA ein Interview. Er konnte sich dabei vor Ort über das deutschsprachige Radio- und Fernsehprogramm informieren und die Arbeitsbedingungen der Journalisten kennenlernen.
Die Zahl deutscher Studenten an der Universität Pécs wächst von Jahr zu Jahr. Inzwischen studieren bereits 700 bis 800 deutsche Studenten an der Medizinischen Fakultät, viele von ihnen bis Ende des vierten Semesters, also bis zum Physikum. Im Gespräch mit den Studentenvertretern informierte sich der Botschafter über die Studienbedingungen und über das Leben in der Stadt.
Höhepunkt seines Besuchs in Pécs war der Empfang zum Tag der Deutschen Einheit, gegeben von der Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Fünfkirchen Dr. Zsuzsanna Gerner.

Deutsches Engagement in Ungarns Berufsbildung
Deutschland ist ein Land der Ideen. Bildung, Wissenschaft und Forschung spielen eine wichtige Rolle. Dass Deutschland die höchste Beschäftigungsquote junger Menschen innerhalb der europäischen Union hat, ist maßgeblich dem Erfolgsmodell der dualen Berufsbildung zu verdanken. Praxisorientierung und hohe Ausbildungsstandards tragen dazu bei, dass das einzigartige deutsche duale System weltweit anerkannt und nachgefragt ist. In der internationalen Zusammenarbeit dient es in Partnerländern als Vorbild. Deutschland engagiert sich daher auch weltweit mit maßgeschneiderten beruflichen Aus- und Weiterbildungsprogrammen, die an die Gegebenheiten des jeweiligen Landes angepasst werden.
Ungarn hat bereits zahlreiche Reformen in Richtung eines dualen, betriebsnahen Ausbildungssystems nach deutschem Vorbild angestoßen. Nennenswert sind hierbei die Umstrukturierung des Berufsbildungssystems mit der Einführung von Fachgymnasien und Fachmittelschulen, die Vergabe von Stipendien an Auszubildende, sowie steuerliche Vergünstigungen für Unternehmen als Ausgleich für die Kosten der Berufsausbildung.
Das ungarische Ministerium für nationale Wirtschaft arbeitet seit 2015 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung eng mit der Deutsch-Ungarischen Industrieund Handelskammer DUIHK zusammen. Im Lehrjahr 2016 ließen sich in Ungarn nach Angaben der ungarischen Handelskammer (MKIK) bereits 53.000 Auszubildende in einem der rd. 800 anerkannten Ausbildungsberufe ausbilden. Deutsche Unternehmen in Ungarn wie z. B. Siemens, Bosch, Audi Hungaria Zrt., Mercedes, Aldi, Lidl oder Praktiker wie auch zahlreiche KMU beteiligen sich als Ausbildungsbetriebe. Sie profitieren davon, mit einer guten Ausbildung die Qualitätsstandards zu heben und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Weiterhin gewinnen sie als Ausbildungsbetriebe loyale Mitarbeiter, die sie langfristig an das Unternehmen binden können. Qualifizierte, gut bezahlte Arbeit führt letztendlich auch dazu, der Abwanderung von Fachkräften entgegen zu wirken.
Einige Beispiele für erfolgreiches deutsches Engagement in der Berufsbildung: Im abgelaufenen Schuljahr bildete Praktiker 250 Azubis aus – eine Rekordzahl. Siemens Zrt. bildete im selben Jahr 90 junge Leute in drei Mangelberufen aus und wurde mit dem Berufsbildungspreis der DUIHK in der Kategorie Kooperation ausgezeichnet. Audi Hungaria Zrt. bietet im Ausbildungsjahr 2017 zwei in Ungarn neue Techniker-Lehrberufe sowie die Ausbildung zum fremdsprachigen Industriekaufmann an.
Auch am Ausbau des dualen Studiums herrscht in Ungarn reges Interesse. Viele deutsche Firmen kooperieren mit ungarischen Universitäten. So versuchen beispielsweise Bosch und Siemens in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Budapest dem Ingenieurmangel zu minimieren.
Ohne wertvolle Lernabschnitte in Unternehmen kann eine duale Ausbildung nicht erfolgreich gelingen. Das fortdauernde Engagement deutscher Unternehmen ist daher maßgeblich für den Erfolg der Weiterentwicklung von Ungarns nationalem Berufsbildungssystem.

Andre Baumann in Budapest
Umweltstaatssekretär von Baden-Württemberg beim 4th Participation Day
Der Umweltstaatssekretär von Baden-Württemberg, Andre Baumann, nahm als Gastredner am 17. Oktober am Participation Day der Andrássy Universität teil. Außerdem führte er mit Vertretern der ungarischen Regierung Gespräche über die Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Ungarn im Abwasserund Abfallbereich.
Unter anderem arbeitet Baden-Württemberg und Ungarn derzeit gemeinsam an einem Projekt zur Steigerung der Energieeffizienz in Kläranlagen und Baden-Württemberg förderte eine Pilotanlage zur Klärschlammverbrennung. Ein weiteres Projekt zur Entwicklung von Methoden und Strategien zur Verbesserung der Kompostierung von Bio- und Grünabfällen steht noch am Anfang.
In den Gesprächen Baumanns mit dem stellvertretenden Staatssekretär im Innenministerium, Dr. Imre Hoffmann und dem Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Zsolt V. Németh, ging es darum, die Zusammenarbeit zu vertiefen und künftige gemeinsame Projekte zu besprechen, etwa im Bereich der Umwelttechnik.
Auf dem Participation Day der Andrássy-Universität sprach Baumann zum Thema Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg im Bereich der Umweltpolitik. Der Participation Day wurde dieses Jahr zum vierten Mal durchgeführt und ist eine Veranstaltung im Rahmen der europäischen Donauraumstrategie. Gedacht ist er als Treffen der Zivilgesellschaft, also von Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Nicht-Regierungsorganisationen und Verbänden. Ziel ist es, Bürgerengagement anzuregen und zu fördern.
Die private Andrássy-Universität ist die einzige vollständig deutschsprachige Universität außerhalb des deutschen Sprachraums. Getragen wird sie unter anderem auch vom Land Baden-Württemberg. Neben Staatssekretär Andre Baumann nahm von der Landesregierung auch die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler, am Participation Day teil.

Kongress
Mitteleuropäische Germanisten an der ELTE
Der »Kongress der Mitteleuropäischen Germanisten« wird alle drei Jahre veranstaltet, nach Dresden (2003), Olmütz (2007), Wien (2010) und Erfurt (2014) war das Germanistische Institut der ELTE Budapest vom 11. bis zum 14. Oktober 2017 an der Reihe. Die Veranstaltung richtetsich an ein breites Zielpublikum, an Germanisten (Assistenten, Dozenten, Professoren, PhD-Studenten), die als Multiplikatoren in ganz Mitteleuropa an der Verbreitung und Vertiefung der deutschen Sprache und Kultur tätig sind.
Thematisch widmete sich der diesjährige fünfte Kongress dem Rahmenthema »Region(en) von Mitteleuropa mit seinen historischen, kulturellen, sprachlichen und literarischen Vermittlungen« und war als ein wichtiges Forum des Ideenaustausches und der Weitergabe der Ergebnisse der verschiedenen Facetten der aktuellen Mitteleuropa-Forschung zu verstehen. Hervorzuheben ist noch, dass auf diesem Kongress die mitteleuropäischen Werte in einem historischen und gegenwärtigen Kontext analysiert und diskutiert wurden.
Die Teilnehmenden der Tagung, etwa 150 Personen, kamen aus 10 Ländern und hielten in 7 Bereichen je 30 Minuten lang ihre Vorträge. Da es das einzige auf diese Region gerichtete Austausch- und Erfahrungsforum ist, war die Veranstaltung sehr gut besucht. Die Botschaft war einer der Förderer der Veranstaltung.

Empfang
Art Market Budapest
Auch dieses Jahr findet vom 12. bis zum 15. Oktober im Millenaris die internationale Kunstmesse Art Market Budapest statt. Das Publikum kann dort zeitgenössische Bildende Kunst von über 500 europäischen und auch außereuropäischen Künstlern betrachten und natürlich auch kaufen.
Der diesjährige Ehrengast ist Israel. Aus Deutschland sind Galerien aus Berlin, Köln, Hamburg, Dresden und Homburg/ Saar vertreten.
Am 11. Oktober eröffnete die deutsche Botschaft den deutschen Stand mit einem Empfang zu Ehren der Künstler, der Aussteller und der Sponsoren, die es dem »Deutschen Kunstfonds« ermöglichen, zeitgenössische Werke junger deutscher Künstler aufzukaufen und einem jungen deutsch-ungarischen bzw. internationalen Publikum zu präsentieren (letztes Jahr gingen die Werke an die deutschsprachige ungarische Andrassy-Universität, dieses Jahr an die Audi Hungaria Schule in Győr).

Feierliche Überreichung
Wolfgang-Kessler-Agrarforschungspreise
In diesem Jahr wurden zum zwölften Mal die Wolfgang-Kessler-Agrarforschungspreise von der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft an exzellente Nachwuchswissenschaftler verliehen. Auf der feierlichen Zeremonie am 11. Oktober im Gebäude der prestigeträchtigen Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest erhielten Lilla Dénes und Ibolya Ember, zwei junge Forscherinnen aus Ungarn, die Auszeichnung für ihre Arbeit im Bereich der Agrar- und Ernährungswissenschaften.
Nach einem anspruchsvollen Bewerbungs- und Auswahlverfahren wurden die zwei exzellenten Naturwissenschaftlerinnen ausgewählt. Schirmherr und Mitorganisator der Veranstaltung ist seit Jahren die agrarwissenschaftliche Abteilung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, zu der die Deutsch-Ungarische Gesellschaft eine enge fachliche und freundschaftliche Beziehung unterhält.

Deutsch-Ungarische Kultur- und Bildungsvorhaben
Am 24. und 25. Oktober traf sich die Ständige Unterkommission der Ungarisch-Deutschen Gemischten Kulturkommission zu ihrer 21. Sitzung im Ungarndeutschen Bildungszentrum Baja (Südungarn). Vertreter des ungarischen Ministeriums für Gesellschaftliche Ressourcen (EMMI), der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und deutscher Institutionen (Botschaft, Goethe-Institut, DAAD, ifa Stuttgart, ZfA Bonn, Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern) stimmten sich hinsichtlich der seitens der genannten deutschen Institutionen in Zusammenarbeit mit der ungarndeutschen Minderheit für die Jahre 2018 und 2019 geplanten Kultur- und Bildungsvorhaben ab. Die Unterkommission wurde geleitet von der Kabinettschefin im EMMI Staatssekretariat für Internationale Angelegenheiten und der Leiterin des Kulturreferats der Deutschen Botschaft Budapest.
Lesen Sie mehr in der Printausgabe.

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