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Rückblick

Kirchenchor aus Soroksár zu Gast in Nürtingen

Viele Verbindungen zur alten Heimat sind noch lebendig
Konzert in Nürtingen: links der Kirchenchor St. Johannes, rechts der katholische Kirchenchor Soroksár
Foto: Georg Köber
Groß war die Wiedersehensfreude, als der Kirchenchor aus Soroksár beim Kirchenchor St. Johannes in Nürtingen ankam. Es war das sechste der Treffen, die seit 1993 wechselseitig im Budapester Stadtbezirk Soroksár und in Nürtingen stattfanden.

Nach einem herzlichen Empfang und einer Stärkung im Gemeindehaus waren die Gäste auch innerlich in Nürtingen angekommen und wurden von ihren Übernachtungsfamilien in Empfang genommen.

Der Samstagvormittag war ausgefüllt mit einer intensiven Probe der beiden Chöre für den gemeinsamen großen Auftritt am Pfingstsonntag. Weniger anstrengend waren dann die Fahrt nach Ludwigsburg und die Führung im Residenzschloss. Dort konnten die Freunde aus Soroksár in die Geschichte der württembergischen Grafen, Herzöge und Könige und zugleich in die Geschichte der Bewohner dieses Landes eintauchen. Für viele von ihnen war das auch die eigene Geschichte, weil ihre Vorfahren zum Teil aus dem Herrschaftsbereich des Hauses Württemberg stammten.

Am Samstagabend feierten die Sängerinnen und Sänger beider Chöre zusammen mit Angehörigen und Freunden bei reich gedecktem Buffet und in fröhlicher Stimmung ein gemeinsames Frühlingsfest. Ich selbst nutzte die Gelegenheit mich mit langjährigen Bekannten und Freunden zu treffen. Es ging hier auch um die Ausstattung des neuen Bauernmuseum (Tajház) mit historischen Bildern und Ortsplänen. Frau Sonngard Leopold, die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins überbrachte ein Grußwort des Oberbürgermeisters und würdigte als Vereinsvorsitzende die Partnerschaft zwischen beiden Städten. Eine herzliche Umarmung zwischen Ludwig Gekle, dem Vorsitzenden der Nürtinger Sänger und Marianna Geiger-Molvai, Vorsitzende der Sänger aus Soroksár, drückte die herzliche Verbundenheit beider Chöre aus.

Höhepunkt des Besuchs war der Festgottesdienst am Pfingstsonntag. Gemeinsam sangen die beiden Chöre die anspruchsvolle »Missa octo vocum« (achtstimmige Messe für zwei Chöre) von Hans Leo Hassler, die bereits 1599 entstanden ist. Unter der Leitung von Johanneskantor Andreas P. Merkelbach wurde diese schwierige Messe kraftvoll und bravurös von den 67 Sängern dargeboten. Im Wechsel mit der Gemeinde wurde außerdem von der Schola Gregoriana Nürtingen die berühmte Pfingstsequenz »Veni Sancte Spiritus« (Komm Heiliger Geist) aus dem 12. Jahrhundert gesungen. Gesamtleitung und Orgel: Johanneskantor Andreas P. Merkelbach. Ungewöhnlich viele Gottesdienstbesucher ließen sich diese in Nürtingen einmalige Aufführung nicht entgehen. Und spendeten nach der Messe beiden Chören anhaltenden Beifall.

Nach dem Gottesdienst lud der Soroksárer Chor zu einer Matinee unter Leitung ihrer Dirigentin Maria Heim mit der Organistin Marianna Geiger-Molvai ein. Darin präsentierten die Gäste einen Querschnitt aus ihrem umfangreichen Repertoire. Darunter auch Solostücke für Sopran, gesungen von Katalin Hermann und Stücke mit Solotrompete, hervorragend vorgetragen von der jungen Barbara Stark. Nach der Matinee folgte ein nicht aufhörender Applaus. Der Soroksárer Chor bedankte sich dafür mit einer Zugabe: Te Deum von M. A. Charpentier. Nochmal gab es langanhaltenden Applaus. Zur Erinnerung an diesen großen Auftritt erstellte Rosi Scheiling einen Video-Film.

Unter den vielen Gottesdienstbesuchern waren auch viele Soroksárer der 2. und 3. (Vertreibungs-) Generation aus der näheren Umgebung, aus dem Kreis Böblingen und erstaunlich viele aus dem Raum Neu Ulm-Illertissen. Beeindruckend war, wie viele Verbindungen die ehemaligen Soroksárer zu ihrer früheren Heimat, aber auch untereinander noch pflegen und das nach 69 Jahren Trennung durch die Vertreibung. So hat das Chortreffen dazu beigetragen die Städtepartnerschaft Nürtingen-Soroksár zu beleben wie auch die Verbindungen der ehemaligen Soroksárer der Region zur alten Heimat zu erhalten.

Nach vielen Begegnungen und dem gemeinsamen Mittagessen ging es zur Besichtigung ins Mercedes-Benz Museum. In der Hoffnung auf ein Wiedersehen und mit dem Wunsch, das großartige Musikwerk für zwei Chöre einmal in Soroksár erklingen lassen zu können, gingen Gastgeber und Gäste am frühen Montagmorgen nach herzlichen Umarmungen auseinander.
Georg Köber
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