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Berichte aus Ungarn
Forint
Der Forint war in letzter Zeit starken Schwankungen unterworfen. War er Anfang des Jahres so weit abgesackt, dass man für einen Euro 320 Forint erhielt, hatte er doch schnell wieder angezogen und nach wenigen Wochen den Umtauschkurs 1:290 erreicht. Fast hätte der Forint sogar die Marke 280 erreicht, doch sackte er dann wieder auf 1:306 ab. Im Juni ging es dann wieder rasant nach oben. Anfang Juli erhielt man nur noch 285 Forint für einen Euro. Analytiker sehen für den starken Anstieg von immerhin sieben Prozent innerhalb weniger Wochen weniger das noch immer hohe Zinsniveau in Ungarn. Vielmehr ist wohl die auf Druck der Europäischen Union erfolgte Änderung des Zentralbankgesetzes. Im Sommer sollen neue Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds aufgenommen werden. Diese Gespräche, bei denen es um eine Hilfe von 20 Milliarden Euro für Ungarn geht, sind seit nunmehr sieben Monaten unterbrochen.
kjl

Verfassungsgericht stoppt Richterpensionierung
Das ungarische Verfassung fällte am 16. Juli eine Entscheidung, die die Herabsetzung des Pensionsalters von 70 auf 62 Jahre rückgängig macht. Die Regierung hatte diese Herabsetzung des Rentenalters für Richter verfügt. Die EU-Kommission warf Ungarn deshalb vor, die Unabhängigkeit der Justiz zu gefährden. Das Verfassungsgericht entschied nun, dass die Regierung zwar das Rentenalter herabsetzen könne, müsse aber eine Übergangsfrist einräumen. Nun können die 274 in den Ruhestand geschickten Richter ihre Arbeitsplätze vor dem Verwaltungsgericht wieder einklagen.
kjl

Kriegsverbrecher

Am 15. Juli teilte das Simon-Wiesenthal-Zentrum mit, dass der Chefnazijäger Dr. Efraim Zuroff in Jerusalem der Budapester Staatsanwaltschaft neue Unterlagen über den früheren Polizeioffizier László Csatáry übergeben habe. Man habe die Informationen an den Staatsanwalt Dr. Gábor Hetényi in Budapest weitergeleitet. Csatáry sei der meistgesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat über den Mann ermittelt und ihn schließlich in Budapest aufgespürt.
László Csatáry war im Zweiten Weltkrieg Polizeioffizier in Kaschau (Kosice) in der heutigen Slowakeit. Man wirft ihm vor, dass er für die Deportation von 300 Juden aus Kaschau nach Kamenetz-Podolsk in der heutigen Ukraine verantwortlich sei, wo alle im Sommer 1941 ermordet worden seien. Auch an der Deportation von Juden nach Auschwitz soll er beteiligt gewesen sein.
Seit September 2011 wurde die Budapester Wohnung Csatárys, der heute 97 Jahre alt ist, beobachtet. Dieser lebt seit 17 Jahren unter seinem richtigen Namen in Ungarn. Vorher lebte er als Kunsthändler in Kanada.
Die Sache kam ins Rollen, als Reporter des englischen Boulevardblatts »Sun« an seiner Tür klingelten und den dabei fotografierten Schnappschuss veröffentlichten. Nun erwartet das Simon-Wiesenthal-Zentrum von Ungarn die Erhebung einer Anklage.
Allerdings erklärte die Budapester Staatsanwaltschaft, dass die Ermittlungen schwierig seien, da die Vorgänge mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegen und sich in einem anderen Staat abgespielt hätten. Man ermittle seit geraumer Zeit »gegen Unbekannt«. Die französische Regierung forderte Ungarn auf, dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher den Prozess zu machen.
kjl

Solarenergie
Der Kindergarten in Surgetin (Szederkény) im Komitat Branau (Baranya megye) hat ein Solardach bekommen. Auf dem Dach gewinnt man nun Strom durch Solarenergie. Die Investition hat 10 Millionen Forint gekostet. Diese soll sich in drei Jahren amortisiert haben.
kjl
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